Schmutz ist nicht nur schmutzig. Mit dem Abwasser finanziert sich die Stadt eine dicke Position im Haushalt. Grafik: Hajo Gärtner (mit KI).

 

Wasser wird
wohl teurer

 

Lage ist im Kreisvergleich
ein superteures Pflaster

 

Lage. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) vergleicht jährlich die Gesamtkosten für einen standar­disierten Musterhaushalt (4 Per­so­nen, 200 m³ Schmutz­was­ser pro Jahr, 130 m² versiegelte Flä­che). Im Vergleich mit der Nach­bar­stadt Lemgo kommt dabei heraus:  Der Musterhaus­halt drückt in der Zuckerstadt jährlich 1228,50 Euro ab, in Lemgo fallen nur 982,60 Euro an. Und die Alte Hansestadt liegt schon über dem lippischen Durch­schnitt (rund 960 Euro). Damit gehört die Zuckerstadt für den Steuer­zahlerbund »zur absol­uten Spitzengruppe der teuer­sten Kommunen«.

 

Das ändert nichts daran, dass die Verwaltung dem Rat in der heutigen Be­triebs­ausschuss-Sitzung eine weitere Erhöhung zum 1. Januar vor­schlägt. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr in der Aula des Schulzen­trums Werreanger.

 

Der Städtische Abwasserbetrieb Lage hat allein im Jahr 2024 einen Gewinn von rund 2,98 Mio. Euro erwirtschaftet. Davon wurden 2,975 Mio. Euro an die Stadtkasse abgeführt. Zwi­­schen 2010 und 2024 waren es insge­samt rund 23,6 Millionen Euro.

 

Sieht so aus, als biete das Wassergeschäft der Stadt eine nie versiegende Geldquelle. 

 


 

Aktuelles Thema bei den "Lesezwer­gen": die Plastikziegen im Rethlager Bachtal. Autorin Carolin Jenkner-Kruel  erzählt die neueste Geschichte von Milan und Leandra, und natürlich stimmen alle vorher das neue "Lage-Lied" an.  

 

Begegnung mit lustigen Tieren

 

Milan und Leander  unter­suchen die Plastikziegen

im Rethlager Bachtal

 

Von Carolin Jenkner-Kruel

 

Lage. Die großen Ziegenskulp­turen im Naturschutzgebiet Reth­lager Bachtal sorgen derzeit in Lage für reichlich Gesprächsstoff. Kunst oder Müll? Jetzt haben auch Milan und Leandra sie ent­deckt - in einer neuen Geschich­te aus Lage.

 

Was die beiden Geschichten­helden von den Ziegen halten und was das Ganze ausgerech­net mit Zimmeraufräumen zu tun hat, erfahren Kinder zwischen 4 und 8 Jahren und ihre erwach­senen Begleitpersonen bei der nächsten Lesung der Lagenser Lesezwerge am Mittwoch, 4. November, ab 16 Uhr in der Stadtbücherei Lage.

 

Wie gewohnt startet der Nach­mit­tag mit dem „Lage-Lied“ zum Mitsingen. Nach der Geschichte wird gemeinsam gebastelt, sodass alle Kinder eine kleine Erinnerung mit nach Hause neh­men können. Die Veranstaltungs­reihe wird vom Förderverein Stadtbücherei Lage organisiert und gefördert. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erfor­derlich.


 

Verleger Hans C. Jacobs, Fördervereins­vorsitzender Michael Biermann, Stadtbücherei­-Leitererin Eva-Maria Allert und Kinderbuchautorin Carolin Jenkner-Kruel (hintere Reihe) sind mit der Arbeit der jungen Autoren der Schreibwerkstatt sehr zufrieden.  

 

Robbi bereitet
das Müsli zu

 

Junge Schreibwerkstatt stellt Zukunftsvision vor

 

Text & Foto: Hajo Gärtner

 

Lage. Wozu braucht man leere Blätter? Richtig: damit man sie vollschreibt. Mit Einkaufszetteln, Steuererklärungen oder Liebes­briefen. Die jungen Autoren der Lagenser Stadtbücherei haben sich für etwas deutlich Span­nenderes entschieden: Sie schreiben Zukunft auf. Und zwar gleich bis ins Jahr 2050.

 

Das Ergebnis ist ein kleines, aber feines Büchlein mit dem viel­versprechenden Titel „Die Zukunft ist ein leeres Blatt“. Der Untertitel verrät, worum es geht: „Lagenser Schreibreise ins Jahr 2050“. Zehn- bis 14-Jährige haben sich auf den Weg gemacht und ihre Fantasie von der Leine gelassen. Was dabei herausgekommen ist, lässt sich in 50 Exemplaren nachlesen – so hoch ist nämlich die Auflage. Eine Rarität also, kein literarischer Blockbuster, aber eine Vision, die Beachtung verdient.

 

Herausgegeben hat diese Rarität der Förderverein der Stadtbü­cherei. Den Druck ermöglichte Verleger Hans C. Jacobs vom Lippe Verlag. Mit an Bord war außerdem die Lagenser Autorin Carolin Jenkner-Kruel; Unterstüt­zung kam vom Programm „SchreibLand NRW“.

 

„Mit diesem Buch halten Sie das wunderbare Ergebnis dieses Projekts in den Händen“, schwärmt Fördervereins­vor­sit­zender Michael Biermann im Vorwort. Die Geschichten und Gedichte zeigten, wie viel Poten­zial, Tiefgang und Erfindungs­reichtum in den jungen Schreib­talenten stecke.

 

Das Jahr 2050 hat offenbar seine Tücken. Die Technik ist weit fortgeschritten, die künstliche Intelligenz allgegenwärtig. Aber ob damit automatisch alles besser wird, ist eine andere Frage. „Wird es wohl noch Bücher geben, oder werden wir von KI leben?“, fragt Elina Adler gleich im ersten Gedicht. Eine berech­tigte Sorge. Schließlich wäre es ausgesprochen schade, wenn wir eines Tages unsere Gedichte von Maschinen schreiben und unsere Müsli-Schüsseln von Robotern füllen ließen. 

 

Adrijana Jovanovic jedenfalls scheint von der Zukunft nicht restlos begeistert zu sein. „Nun zurück in mein Jahr, hier habe ich bessere Tage als da“, reimt sie.  Die Zukunft mag vieles bieten, aber offenbar nicht unbedingt bessere Tage.
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