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Auch Bäume haben Durst. Deshalb bittet
die Stadt, Straßenbäume zu wässern ⇒
Normalerweise gut besucht: der Spielplatz am Bürgerpark. Wenn nicht gerade die Sonne vom Himmel brennt. In diesen Tagen sind die spielenden Kinder schutzlos der Sonne ausgeliefert: kein Schatten. Das soll sich ändern. »Aufbruch C« schlägt die Anpflanzung schattenspendender Bäume vor: Der Umweltausschuss folgt einstimmig.
Bäume statt Sonnensegel
Der Spielplatz im Bürgerpark soll beschattet werden
Von Ferdinand Schmedding (Text & Foto)
Lage. Kinder lieben Spielplätze. Eltern auch, wenn ihre Sprösslinge Spaß haben. Zurzeit aber ist Vorsicht geboten: Die Sonneneinstrahlung ist so massiv, dass ein Sonnenbrand kaum zu vermeiden ist. Auf so etwas achten Kinder schon mal gar nicht.
Deshalb war das Thema in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses hoch aktuell. Und die Idee: ein Sonnensegel installieren. Doch die Fraktion »Aufbruch C« brachte eine Alternative ins Spiel: schattenspendende Bäume pflanzen. Dieser Idee folgte der Ausschuss denn auch einstimmig.
Mit der Pflanzung der Bäume soll der Spielbereich langfristig aufgewertet werden. Gleichzeitig erhalten Kinder einen natürlichen Sonnenschutz, der sich harmonisch in das Umfeld des Bürgerparks einfügt. Diese Entscheidung verbindet ökologische Aspekte mit einer wirtschaftlich nachhaltigen Nutzung.
Kommentar von Hajo Gärtner
Eine kluge Entscheidung – und eine, die durchaus Schule machen könnte. Denn angesichts der chronisch klammen Stadtkasse sollte künftig bei jeder Idee zuerst die Frage gestellt werden: Muss es wirklich die teuerste Lösung sein? Oder reicht vielleicht auch der gesunde Menschenverstand?
Ein Sonnensegel über 100 Quadratmetern klingt erst einmal nach Riviera-Feeling. Die Realität sieht nüchterner aus: Rund 20.000 Euro sind schnell fällig, bevor überhaupt der erste Schatten auf den Boden fällt. Spezialgewebe, Stahlmasten, Statik – das alles kostet Geld. Und danach beginnt die eigentliche Arbeit. Wind rüttelt an der Konstruktion, Regen setzt ihr zu, und Vögel betrachten ein Sonnensegel bekanntlich nicht als architektonisches Meisterwerk, sondern als überdimensionierte Zielscheibe. Das Ergebnis: Aus dem schicken Schattenspender wird mit der Zeit ein teurer Wartungsfall.
Ein Baum dagegen stellt keine Rechnung aus für seine Beschattungsleistung. Er wird mit jedem Jahr stattlicher, nimmt Vogelkot gelassen hin und verbessert ganz nebenbei das Stadtklima. Er filtert Feinstaub, spendet Sauerstoff, bietet Insekten und Vögeln ein Zuhause – und verlangt dafür weder TÜV noch Reparaturbudget.
Natürlich braucht ein Baum etwas Geduld. Er wächst nicht über Nacht. Aber genau darin liegt der Unterschied: Ein Sonnensegel löst ein Problem für den Moment. Ein Baum löst gleich mehrere – und zwar für Generationen. Wer heute einen Baum pflanzt, schenkt den Kindern von morgen Schatten. Wer heute ein Sonnensegel aufspannt, schenkt ihnen irgendwann eine Reparaturrechnung. 
Albtraum in der Unterführung
18-jähriger Lagenser wird Opfer einer räuberischen Gang
Von Hajo Gärtner
Lage. In der Nacht sind alle Katzen grau. Selbst die farbenfrohen Graffiti-Gemälde in der Unterführung an der Bahnhofstraße verlieren nach Mitternacht ihre Leuchtkraft. Wo tagsüber Menschen auf dem Weg zum Bahnhof geschäftig unterwegs sind, herrscht dann Stille, und die Schatten jagen einander. Genau hier und gegen Mitternacht wurde von Mittwoch auf Donnerstag, 8./9. Juli, für einen 18-jährigen Lagenser aus dem gewöhnlichen Heimweg ein Albtraum.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei griffen mehrere Täter den jungen Mann plötzlich und ohne Vorwarnung an. Fäuste trafen ihn, ein Motorradhelm wurde ihm gegen den Kopf geschlagen. Schließlich rissen die Angreifer den 18-Jährigen zu Boden. Verletzt und wehrlos musste er die Gewalt über sich ergehen lassen. Dabei erlitt er Blessuren.
Doch der Überfall hatte offenbar ein klares Ziel: Sein Mobiltelefon. Nachdem die Täter das Handy gefordert und an sich gebracht hatten, verschwanden sie in der Dunkelheit. Einer der Tatverdächtigen – ein Mann mit auffälligem Ziegenbart – flüchtete auf einer Motocrossmaschine. Von den übrigen Beteiligten fehlt bislang jede Spur.
Jetzt setzt die Polizei auf Zeugen. Wer die Tat beobachtet hat oder Hinweise zu den Tätern geben kann, wird gebeten, sich unter Telefon (05231) 6090 beim Kriminalkommissariat 2 zu melden.
Mehr als zehn Kinderbücher hat die Lagenser Kinderbuchautorin Carolin Jenkner-Kruel bereits vorgelegt, aus denen sie ihrem Publikum, den »Lesezwergen«, ein Mal im Monat vorliest. Rund drei Dutzend Dreikäsehochs und ihre erwachsenen Begleiter warten stets mit Spannung auf die nächste Lesereise. Foto: Carolin Jenkner-Kruel
Morgenmufflon bei den Lesezwergen
Förderverein der Stadtbücherei organisiert Vorlesestunden
von Hajo Gärtner
Lage. Wer glaubt, nur Menschen hätten morgens schlechte Laune, kennt das kleine Morgenmufflon noch nicht. Die wohl wichtigste Frage des Nachmittags in der Stadtbücherei lautete deshalb: »Wie weckt man bloß ein Morgenmufflon?« Eine Herausforderung, an der vermutlich schon so mancher Wecker gescheitert ist.
Zum Glück ließ sich der Frühaufsteh-Hase im Bilderbuch »Das kleine Morgenmufflon« davon nicht entmutigen. Er wollte seinem verschlafenen Freund unbedingt den Sonnenaufgang zeigen – und die kleinen und großen Besucher des Lagenser Lesezwerge-Treffens erfuhren in der Stadtbücherei Lage, wie dieses tierische Weckkommando am Ende gelingt.
Einmal im Monat verwandelt sich die Bücherei in einen Ort, an dem Fantasie wichtiger ist als WLAN und Abenteuer ganz ohne Batterien funktionieren. Bis zu drei Dutzend kleine Lesezwerge samt Eltern, Großeltern oder anderen Vorlese-Fans machen sich dann gemeinsam auf den Weg durch die Geschichtenwelt der Zuckerstadt.
Diesmal führte die Reise direkt zum Morgenmufflon – und erzählt wurde sie nicht einfach nur aus einem Buch. Autorin Carolin Jenkner-Kruel bringt ihre Geschichten mit dem Kamishibai-Erzähltheater zum Leuchten. Hinter dem etwas geheimnisvoll klingenden Namen verbirgt sich eine ebenso einfache wie geniale Idee aus Japan: Ein kleiner Holzrahmen wird zur Bühne, auf der nach und nach große Bildkarten erscheinen. Während das Publikum immer nur das aktuelle Bild sieht, erzählt die Vorleserin die Geschichte dazu. So entsteht ein Kopfkino, das ganz ohne Bildschirm auskommt – und trotzdem alle Augen auf sich zieht.
»Die klare, ruhige Bildfolge fördert Konzentration und Vorstellungskraft«, erklärt Carolin Jenkner-Kruel. Gerade in Kitas, Schulen und Büchereien habe sich das Kamishibai als ideales Werkzeug zur Leseförderung und Sprachentwicklung bewährt. Kurz gesagt: Kino ohne Popcorn, aber mit jeder Menge Fantasie.
Nach der Geschichte wurde es dann traditionell kreativ. Schließlich sind Lesezwerge zwar ausgezeichnete Zuhörer, aber noch bessere Bastelkünstler. Mit Schere, Papier und viel Begeisterung entstanden kleine Kunstwerke, die mindestens so bunt waren wie die Bilder des Morgenmufflons.
Dass die Veranstaltungsreihe so lebendig ist, verdankt sie vielen engagierten Unterstützern. Der Förderverein der Stadtbücherei finanziert das kostenlose Vorlesevergnügen, musikalisch sorgt mitunter Stefanie Schwarz für den passenden Ton, das Logo stammt von Nachwuchstalent Merle Cilsik – und gemeinsam machen sie aus einer Vorlesestunde regelmäßig ein kleines Festival der Fantasie.
Karikaturist Uwe Detert hat ein kleines Meisterwerk geliefert: Er geißelt die aufgeregt-panikartige Reaktion auf "Hundstage", die jedes Jahr zu erwarten ist, genau so wie die "Hundstage" selbst.
Mit kühlem Kopf durch heiße Tage
Lage. Die konservative Mehrheit hat die Installation eines Klimamanagers im Umweltausschuss abgelehnt. Ganz im Zuge einer Politik, die auf die Konsolidierung des Schuldenhaushalts der Stadt (11 Mio. Euro Defizit) ausgerichtet ist. Es geht dieser zahlenmäßig starken Opposition darum, Stellen in der Verwaltung aus Spargründen abzubauen und nicht zusätzlich neue zu schaffen.
SPD und Grüne stärken Bürgermeister Matthias Kalkreuter den Rücken beim Versuch, den erreichten Standard an Umweltaktivität und sozialen Wohltaten zu halten. Gerhard Bicker, Vorsitzender des Ausschusses und Mitglied der Partei Die Grünen, hat die oppositionelle Sparpolitik in einem flammenden Plädoyer gegeißelt und die Installation eines Klimamanagers im Fachteam Klimaschutz und Umwelt gefordert. Uwe Detert widerspricht dem vehement: »Wer aus einem heißen Wochenende gleich eine Katastrophe ableitet, argumentiert genauso unseriös wie jemand, der aus einem kalten Mai schließen würde, es gäbe keine Erwärmung.«
Die Statistik des Deutschen Wetterdienstes spricht eine deutliche Sprache: Der »menschengemachte Klimawandel« ist nicht von der Hand zu weisen. (Quelle: Wikipedia)
Ein eher seltener Unfalltyp: Radfahrer kollidiert mit Motorrad. Aber in den Folgen genau so schlimm wie der bekannte Auto-Radler-Crash. Jedenfalls wurden im nachfolgenden Fall beide Fahrer schwer verletzt. Symbolbild. Foto: Pixabay
Wenn Zweiräder
kollidieren
Lage. Ein folgenschwerer Moment an einer Kreuzung in Kachtenhausen hat am Samstagmittag, 11. Juli, zwei Menschen schwer verletzt. Gegen 12.30 Uhr missachtete ein 61-jähriger Radfahrer nach bisherigen Erkenntnissen das Rotlicht und überquerte auf dem kombinierten Geh- und Radweg der Pieperstraße die Fahrbahn. Im Kreuzungsbereich der Bielefelder Straße, Ehlenbrucher Straße und Pieperstraße kam es daraufhin zum heftigen Zusammenstoß mit dem Motorrad eines 56-Jährigen, der bei Grünlicht von der Ehlenbrucher Straße in Richtung Lage-Hörste unterwegs war.
Durch die Wucht der Kollision erlitten sowohl der Radfahrer als auch der Motorradfahrer schwere Verletzungen. Nach der Erstversorgung durch Rettungskräfte wurden beide in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht.
Das Verkehrskommissariat hat die Ermittlungen zur genauen Unfallursache aufgenommen. Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer (05231) 6090 bei der Polizei zu melden.
Wer mit einer Pistole jemanden überfällt, ist möglicherweise auch bereit zu schießen. Auf jeden Fall ist juristisch der Tatbestand einer räuberischen Erpressung und schweren Raubes erfüllt. Dies ist der Fall, in dem drei junge Männer aus Lage einen vierten in Detmold überfallen haben, um eine hohe Summe Bargeld zu fordern. Symbolfoto: Pixabay
Bewaffneter
Raubüberfall
Lage/Detmold. Drei Männer erschienen am 3. Juni am Wohnhaus eines 28-Jährigen in der Marienburger Straße (Detmold) und forderten eine hohe Summe Bargeld von ihm, bei der es sich vermutlich um Schulden handeln könnte. Als der Mann nicht zahlte, bedrohten ihn die Erpresser mit einer Schusswaffe und raubten ihm Kopfhörer, die sie ihm vom Körper rissen. Das ist juristisch räuberische Erpressung und schwerer Raub (allein schon durch den Einsatz der gefährlichen Waffe). Den Räubern droht auf jeden Fall eine Gefängnisstrafe zwischen drei und fünf Jahren.
Im Rahmen der weiteren polizeilichen Ermittlungen erließ das Amtsgericht Detmold Haftbefehle gegen die drei Tatverdächtigen wegen des Verdachts der versuchten schweren räuberischen Erpressung in Tateinheit mit einem schweren Raub.
Kurze Zeit später gelang es der Kriminalpolizei, den Haupttäter - einen polizeilich bekannten 20-Jährigen aus Lage - festzunehmen, der seitdem in Untersuchungshaft sitzt. Ein weiterer Haftbefehl gegen einen 18-Jährigen wurde am Montag, 6. Juli, in Lage vollstreckt. Bei der Festnahme und anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung unterstützten Spezialkräfte der Polizei die lippische Kripo, da es Hinweise darauf gab, dass der Mann bewaffnet sein könnte. Bei ihm wurden die mutmaßliche Tatwaffe sowie weitere Waffen, Schlagringe, Baseballschläger, Messer sowie ein Teleskopschlagstock gefunden. Eine Haftrichterin ordnete bei einer Vorführung die Untersuchungshaft für den jungen Mann aus Lage an.
Der dritte an der Tat beteiligte Mann - nach aktuellen Erkenntnissen ein 22-Jähriger ohne festen Wohnsitz - befindet sich auf der Flucht. Die weiteren Ermittlungen des Kriminalkommissariats 6 dauern an.
Schüler und Lehrer der August-Hermann-Francke-Grundschule Lage genießen die Feier zu ihrem zehnjährigen Bestehen. Foto: Lea Redikop
Ein Fest zum Zehnjährigen
Lage-Ehlenbruch. Mit einem gelungenen Schulfest feierte die August-Hermann-Francke-Grundschule Lage am 13. Juni ihr 10-jähriges Bestehen. Nach der Begrüßung durch Schulleiterin Beate Busch und dem gemeinsamen Singen des Schulliedes richteten Rudolf Stölting, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Lage, sowie Olaf Brodziak, Schulaufsichtsbeamter für Grundschulen im Kreis Lippe, ihre Glückwünsche zum Jubiläum an die Schule.
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Viele Städte sorgen rechtzeitig vor, um ihre Bäume vor dem Verdursten zu bewahren: mit einen Wassersack. Im Lipperland sind Bad Salzuflen und Lemgo Vorreiter.
Damit Bäume
keinen Durst leiden
von Hajo Gärtner
Lage. Die Stadt hat ihre Bürger aufgerufen, Straßenbäume gegen die Austrocknung zu wässern. Dabei kommt jedoch wertvolles Trinkwasser zum Einsatz – und damit letztlich auch Kosten für Trink- und Abwasser, wenn das Wasser aus dem Wasserhahn in der Küche gezapft wird. Das ist eine aufwändige und teure Lösung, die den Bäumen zudem keine kontinuierliche Wasserversorgung garantiert. Gerade in Dürrezeiten erscheint ein sparsamer Umgang mit Trinkwasser geboten.
Eine Zwickmühle
Dabei gibt es eine Lösung, die bereits viele Städte ausprobieren: Wassersäcke an Bäumen. Sie können mit Regenwasser aus Zisternen oder Rückhaltebecken befüllt werden – rechtzeitig, bevor längere Trockenphasen beginnen. Solche Dürreperioden werden vom Deutschen Wetterdienst häufig Tage oder sogar Wochen im Voraus angekündigt.
Lemgo, Bad Salzuflen, Paderborn, Gütersloh und Lippstadt haben diese Methode bereits erprobt. Münster, Dresden und Köln setzen sie regelmäßig ein. Manche Kommunen ergänzen dies durch regelmäßige Bewässerung durch den Bauhof oder Baumpatenschaften. Ziel sollte es sein, den Einsatz von wertvollem Trinkwasser so weit wie möglich zu reduzieren und stattdessen Regenwasser für die Bewässerung zu nutzen.
Karikaturist Uwe Detert spießt den Widerspruch zwischen der Aufforderung, Trinkwasser zu sparen, und der Bitte, Straßenbäume zu gießen, mit spitzer Felder auf.
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