Kommentar

super Marktplatz 

 

Von Hajo Gärtner

 

Der Satz bewahrheitet sich immer wieder: Wenn die Stadt in der City etwas Besonderes auffährt, kommen die Leute in Scharen. Betrachten wir allein nur die jüngste Zeit. Ob »Lagenser Sommer«, »Dinner in White« oder die »Lagenser Zeitreise«: Die Planung von kulturellen Ereig­nissen ist eine sichere Bank für die Veranstalter.

 

Dabei macht die City mit ihrem charakteristischen Marktplatz stets eine gute Figur. Die Web­cam des Stadtmarketings zeigt einen Marktplatz, der aus dieser Perspektive ebenso funktional wie schön erscheint. Da passt doch alles zusammen.

 

Um so bizarrer die Diskussion um ein »Upgrade« des Areals, das die Stadt mehr als eine Million Euro kosten würde. Eine Veränderung nur, weil man Fördermittel in gewaltiger Höhe (rund 4 Mio. Euro bei einem gesamten Inves­titionsvolumen vor mehr als 5 Mio. Euro) abgrei­fen könnte. »Auch das sind alles Mittel aus Steuereinnahmen«, sagen die Kritiker und raten zur Beson­nenheit, allen voran die AfD.

 

Dabei hat noch niemand ernst­haft geprüft, ob das schicke »Upgrade« für Großveranstal­tungen wie die »Lagenser Zeit­reise« genau so funktional wäre wie der aktuelle Marktplatz. »Form follows Function« ist ein zentraler Grundsatz intelligenten Designs. 

 

Ich mache mich mal ehrlich: Selbst wenn eine millionen­schwe­re Überarbeitung der City ein schöneres Bild des Areals liefern würde, hänge ich am Bestand. Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Man mag es »Sentimentalität«  nennen: Das ist mein Lage und soll nicht Lemgo oder Bad Salzuflen werden.

 

Ich bezweifle, dass das geplante schicke Outfit auch nur einen einzigen Besucher mehr in die Stadt locken würde. Es sind die Events, die attraktiven Veran­­­­­­­stal­tungen, die Publikum anziehen. Und da ist das Lagenser Publi­kum nicht einmal über die Ma­ßen anspruchsvoll.

 

Im Klartext: Die Million ist in ein sprudelndes kulturelles Leben besser investiert als in ein neues Straßenpflaster. Mal ganz abge­sehen von der ungeheuer­lichen Ressourcen-Verschwen­dung, wenn der »rote Platz« aus Ziegel­steinen in eine graue Betonpiste verwandelt wird. Pflanzt ein paar Bäume an richtigen Stellen und spendiert ihnen eine Zisterne zur Wasser­spei­cherung: Und der Fisch ist geputzt. 


 

Bürgermeister Matthias Kalkreuter überreicht Lidija Epp (Aufbruch C) als neues Mitglied des Rates einen Blumenstrauß und wünscht viel Erfolg.

 

Eine Frau beim
»Aufbruch C«

 

Lage. Im Rat der Stadt dominie­ren Männer unter den 40 Rats­mitgliedern deutlich. Nun verändert sich das Verhältnis ein bisschen zu Gunsten der Frauen, denn Lidija Epp tritt für Kevin Schulz an, der zum 30. August sein Ratsmandat niedergelegt hat. 

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