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- CDU vs. Verwaltung: »Hausaufgaben nicht gemacht«
- Grüne kontern: statt fies meckern lieber motivieren
- AfD schlägt konkrete Opfer vor ⇒
- Eine Glosse von Hajo Gärtner =>
Die Haushaltslage ist so prekär, dass überall gespart werden muss. Auch wenn es an einigen Stellen wehtut. Die Fraktionen beziehen gegenüber dem vorgeschlagenen Sparhaushalt von Kämmerer Uwe Aust unterschiedliche Positionen: Eine breite Mehrheit ist nicht einverstanden. Ein überparteilicher Arbeitskreis soll die Lösung finden. Text & Montage: Hajo Gärtner
Hauen und Stechen um Haushalt
Die AfD erhebt die lauteste Proteststimme gegen den Haushaltsvorschlag von Kämmerer Uwe Aust. CDU, Aufbruch C und FDP zeigen sich ebenfalls nicht einverstanden. Grüne und SPD weisen die Kritik an der Verwaltung als unproduktiv zurück und verlangen konstruktive Vorschläge.
Kommentar von Hajo Gärtner
Wenn die Grünen von der »Sparkoalition« konstruktive Vorschläge verlangen, wirkt das recht blauäugig. Wo eisern gespart werden muss, geht das nicht »konstruktiv«, sondern nur »destruktiv« im Sinne einer notwendigen »De-Konstruktion«. Wie in der Ingenieurskunst: Ich muss ein Objekt »dekonstruieren«, um seine Bausteine anschließend wieder funktional zusammenzusetzen. Nur so wird ein Schuh draus.
Das heißt, bezogen auf den Lagenser Haushalt: das Zahlenwerk In seine Bausteine zerlegen, die Bruchstücke von allem »Kit« und »Klebstoff« säubern und dann wieder funktional zusammenschrauben. Natürlich bleibt dann weniger Substanz übrig. Aber der Rest war auch überflüssig. Diese Methode empfiehlt sich übrigens auch in der Kunst und Philosophie, um eine treffliche Interpretation vorzulegen.
Eine hammerharte, aber einleuchtende Dekonstruktionsmethode schlägt die AfD vor. »Analysiere genau, wer von einer städtischen Ausgabe profitiert. Und dann gilt: Wer den Nutzen hat, soll auch zahlen, und nicht immer die komplette Solidargemeinschaft einer Stadt. Mindestens den Löwenanteil soll die Interessengruppe aus eigener Kraft stemmen.«
Die Kritik an Kämmerer Uwe Aust tut weh: Er ist ein netter Kerl und gibt sich wirklich alle Mühe. Aber einfach nur an den Steuerschrauben zu drehen, damit der Haushalt unterm Strich besser aussieht, ist zu billig. Und dieser Haushaltstrick löst die Probleme auf der überbordenden Ausgabenseite nicht. Hausfrauen wissen: Wenn ich bei der Nachbarin Mehl in großem Stil ausleihe, kann ich jetzt komfortabel meinen Kuchen backen; aber später, wenn ich das geliehene Mehl zurückgeben muss, fehlt es mir für einen neuen Kuchen. Anders gesagt: Wenn Lage seine Ausgaben nicht nennenswert reduziert, kommt die Stadt später auf keinen grünen Zweig mehr. Oder nur mit neuen Schulden und noch höheren Steuern.
Lage steht durchaus nicht allein vor diesem Problem: Nur noch etwa 10 von rund 396 Kommunen können einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen. Das Rennen in die Zukunft macht, wer zu den radikalsten Schnitten bereit ist. Dafür gibt es Beispiele: Essen galt lange als hoch verschuldet und hat über Jahre hinweg strikte Sparprogramme, Konsolidierung und strukturelle Einschnitte umgesetzt. Laut aktuellen Zahlen gehört Essen inzwischen zu den wenigen Kommunen in NRW, die wieder einen ausgeglichenen Haushalt erreichen konnten.
Es genügt nicht, der AfD die Aufgabe brutaler Sparschnitte zuzuweisen. Alle Parteien müssen sich beteiligen und Opfer verlangen, selbst wenn der Verlust von Sympathien in der eigenen Wählerschaft zu befürchten ist. Die nächsten Kommunalwahlen sind maximal weit entfernt. Da geht jetzt was. Dabei dürfen die Politiker nicht den Verwaltungsleuten den Schwarzen Peter zuschieben. Die Verwaltung erscheint zu Recht als eine harmoniesüchtige Institution, vor allem ihre Spitze in Gestalt des Verwaltungschefs, der zugleich Bürgermeister ist. Alle verlangen von der Verwaltung Bürgernähe, Rücksichtnahme und höfliches, anständiges Verhalten. Jemandem gewohnte Vorteile und milde Gaben vorzuenthalten ist alles andere als anständig. Wird jedenfalls so empfunden. Mit Blick auf den Haushalt muss sich die Verwaltung logischwerweise »unanständig« benehmen, und die Politiker müssen den Beamten dazu Rückendeckung geben. Es geht nicht anders.

Brrr, ist das kalt, wenn die Heizung abgestellt ist. Draußen ist's wärmer. Aber noch habe ich mich nicht in einen Eisblock verwandelt wie im Film "Frozen Teacher", den ich seinerzeit mit Schülern des Grabbe-Gymnasiums Detmold gedreht habe (Minute 2:00). Eine treffliche Vision dessen, was mir gut zehn Jahre später von den Stadtwerken her drohen würde. Hier geht's zum Videoclip ⇒
Der Tragödie zweiter Teil
Aus Low mach High - mein Erlebnis der Stadtwerke
Eine Glosse von Hajo Gärtner
Klingt gut: Statt Low-Gas soll nach der Umstellung Ende April High-Gas in meine Gastherme strömen und mein Haus effektiver erwärmen. Denn im High-Gas steckt angeblich mehr Energie als in der bisherigen Low-Variante der Gaslieferung. Aber: Bei mir wird gar nichts fließen, weil der Stadtwerke-Monteur, nachdem er einen Stecker abgebrochen hatte, die Heizung für defekt erklärte und mit einem Vorhängeschloss gegen jeden Zugriff und Gebrauch sicherte. Er werde zu gegebener Zeit wiederkommen und die Therme aufschließen, versprach er.
Dann ward er nicht mehr gesehen.
Hier der Tragödie erster Teil ⇒
Charlotte Pelgen, Ukelele-Virtuosin, musiziert zusammen mit David Lübke, der sich vorgenommen hat, dem Lagenser Publikum die deutsche Liedermacher-Szene vorzustellen. Foto: Sandra Ludewig
Die Welt der Liedermacher
Lage. Musikschulleiter Stefan Albrecht und der Musiker David Lübke haben die Köpfe zusammengesteckt und einen Plan ausgeheckt: Im Ergebnis startet eine neue Konzertreihe „Lagenser Song Frühling“ am Freitag, 24. April, um 19.30 Uhr im Technikum, da wo die Kultur zu Hause ist.
Der „Lagenser Song Frühling“ präsentiert in Lage erstmalig das facettenreiche Songwriter-Genre und konnte mit David Lübke einen etablierten Künstler der deutschen Liedermacher-Szene gewinnen, der dem Publikum eine handverlesene Auswahl an befreundeten Künstlerinnen und Künstlern präsentieren und durch das Programm führen wird.
Ohne orchestralen Pomp, nur kongenial begleitet am Piano von Mathias Mönius: Sängerin Monika Rey.
Musikalische
Diamanten
Von Michael (Text) und
Madelaine Biermann (Foto)
Lage. Mit einem nahezu ausverkauften Konzertabend hat der Förderverein der Stadtbücherei Lage am Freitag im Kulturzentrum Technikum erneut ein viel beachtetes kulturelles Ereignis auf die Beine gestellt. 103 Gäste erlebten unter dem Titel „Diamonds Are Forever – starke Lieder, starke Frauen“ ein stilvolles und emotionales Programm mit der Sängerin Monika Rey und dem Pianisten Mathias Mönius.
Der Abend endete mit stehenden Ovationen, zwei Zugaben und sichtlicher Begeisterung des Publikums. Das Programm knüpft an Reys musikalische Hommage an prägende Sängerinnen wie Ella Fitzgerald, Nina Simone, Shirley Bassey und Barbra Streisand an.
Zu Beginn begrüßte Michael Biermann die Gäste im Namen des Fördervereins der Stadtbücherei und betonte die enge Verbindung von Literatur und Musik als Formen des Erzählens, der kulturellen Begegnung und der Vielfalt. Monika Rey interpretierte die ausgewählten Stücke mit großer Ausdruckskraft, intensiver Bühnenpräsenz und einer Stimme, die sowohl Kraft als auch Verletzlichkeit hörbar machte. Begleitet wurde sie einfühlsam von Mathias Mönius am Klavier, der dem Abend einen feinen, klaren musikalischen Rahmen gab. Die Reduktion auf Gesang und Piano verlieh den Liedern eine besondere Nähe und ließ ihre Geschichten und Emotionen unmittelbar wirken.
So entstand eine dichte Atmosphäre, in der das Publikum die musikalische Reise durch mehrere Jahrzehnte Popgeschichte intensiv nachvollziehen konnte. Besonders eindrucksvoll war die Reaktion des Publikums bei der zweiten Zugabe »Those Were the Days« einem bekannten Song von Mary Hopkin aus dem Jahr 1968, der bis heute zu den großen Ohrwürmern zählt. Viele Gäste stimmten beim Refrain begeistert mit ein und begleiteten den Vortrag mit Applaus und Mitklatschen.
Am Ende gab es stehende Ovationen für den wundervollen Abend. Auch das begleitende Angebot des Fördervereins fand großen Anklang: Getränke und kleine Snacks wurden in der Pause sehr gut angenommen und trugen zu einer angenehmen, geselligen Atmosphäre bei.
Der Förderverein unterstrich damit einmal mehr seine Rolle als engagierter Kulturträger vor Ort, der die Stadtbücherei Lage nicht nur ideell, sondern auch mit lebendigen Veranstaltungen sichtbar macht. Mit »Diamonds Are Forever« gelang dem Förderverein der Stadtbücherei Lage ein Abend, der Kunstgenuss, Begegnung und musikalische Qualität auf überzeugende Weise verband. Das Konzert zeigte eindrucksvoll, wie ein Förderverein kulturelles Leben bereichern und Menschen für besondere künstlerische Erlebnisse zusammenbringen kann.
Künstler und Organisatoren (von links): Sabine Budde, Elisabeth Knuth, Michael Biermann (alle Förderverein), Mathias Mönius zusammen mit Monika Rey und Klaus Landrock (Förderverein). 
Eine Änderung der Friedhofssatzung macht's möglich: Bello darf Frauchen an der kurzen Leine zum Grab von Herrchen begleiten. Text & Montage: Hajo Gärtner
Hunde erlaubt
Lage. Besucher können ihre vierbeinigen Begleiter bald mit auf den Friedhof nehmen; vorausgesetzt, sie nehmen ihn an die kurze Leine und halten sich an die Gehwege. Die geplante Änderung der Friedhofssatzung macht's möglich. Sie wurde in der heutigen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses diskutiert, wird dann im Hauptausschuss verhandelt und schließlich in der Ratssitzung am 21. Mai beschlossen. Das Stimmungsbild ist eindeutig: Alle, ausnahmslos alle Ausschussmitglieder stimmten für die neue liberale Regelung. Eine seltene Einmütigkeit in der Lagenser politischen Szene: keine Gegenstimme, keine Enthaltung.
Trotzdem ist tatsächlich ein ganzes Jahr ins Land gegangen, seit sich Beate-Marie Vorwerk mit bemerkenswerter Beharrlichkeit dafür einsetzt, dass Vierbeiner ihre Frauchen und Herrchen zum Grab eines geliebten, verstorbenen Partners begleiten dürfen und nicht am Eingangstor festgeschnallt werden müssen (Bürgerantrag am 16./18. Mai). Sie plädierte für Herz und Humanität auf Lages Friedhöfen – und lieferte gleich die praktische Seite mit: Wie sich mögliche „Häufchen“ weder als unlösbares Problem noch als zivilisatorischer Zusammenbruch auswirken müssen, sondern ganz unkompliziert vermeiden oder beseitigen lassen. Mit einem dezent aufgestellten Mülleimer. Vorgeschichte: 





