Für Michael Biermann, den Vorsitzenden des Fördervereins Stadtbücherei, sind Bücher keine Last, sondern eine Lust. Mit seiner Begeisterung fürs Lesen und die Stadtbücherei steckt er eine große Zahl von Menschen und auch die eigenen Töchter an. Nun übernimmt er auch noch die Leitung der Buchhandlung und des Papierhauses Brückmann. 

 

Zwei Wege ins
Lese-Universum

 

Lage. Man darf Michael Bier­mann mit Fug und Recht einen Kultur­manager nennen. Wobei „Mana­ger“ fast schon unter­trieben ist: Der 53-Jährige scheint die Mission zu verfolgen, möglichst viele Menschen mit Büchern, Autoren und Geschich­ten in Berührung zu bringen.

 

Als Vorsitzender des Förder­ver­eins Stadtbücherei hat Biermann in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Reihe von Auto­ren nach Lage geholt. Von loka­len Größen wie Mechtild Borr­mann und Joachim H. Peters bis hin zu überregional bekannten Namen wie Christian Berkel oder Leo Reisinger.

 

Die Lesungen im Technikum sind längst keine kleinen Kulturereig­nisse mehr. Wenn der Saal dort aus allen Nähten platzt, weicht Biermann kurzerhand in die Aula des Schulzentrums Werreanger aus: fürs ganz große Publikum.

 

Und natürlich gehören zu einer ordentlichen Lesung nicht nur Stühle, Mikrofone und Autoren, sondern auch Bücher. Dafür sorgte regelmäßig die „Buch­hand­lung und das Papierhaus Brückmann“ mit einem Bücher­tisch. Vor dem Tisch bildeten sich nach den Veranstaltungen mitunter beachtliche Schlangen: viele Fans, die schon vorher welche waren, und solche, die es während der Lesung geworden sind.

 

Nun hat Biermann offenbar be­schlos­sen, dass ihm die Zusam­men­arbeit mit der Buchhandlung und dem Papierhaus noch nicht eng genug ist. Er übernimmt deshalb das Geschäft an der Langen Straße 79. Aus dem Kulturmanager wird also auch ein Buchhändler. Oder anders gesagt: Der Mann wechselt vom Organisieren der Lesung auch auf die andere Seite des Büchertisches.

 

Ganz überraschend kommt dieser Schritt allerdings nicht. Das Motto der Buchhandlung lautet „Lage liebt Lesen“. Hinzu kommt das reichhaltige Angebot des Papierhauses, wo Kunden alles für die Schule, das Büro und die Freizeit finden. Und genau das gehört zu Biermanns Kern­geschäft. Die Buchhandlung will mehr sein als ein Ort, an dem Bücher über die Ladentheke geschoben werden. Sie möchte Raum für Fantasie, Entdeckung und Begegnung sein.

 

Dafür gibt es in Lage eine lange Tradition. Wilhelm Brückmann gründete das Geschäft 1950. Seit inzwischen 76 Jahren ist die Buchhandlung eine feste Größe im kulturellen Leben der Stadt, und heute die bedeutendste und zugleich letzte verbliebene Buchhandlung in der Innenstadt.

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Lagenser Lesezwerge
singen und dichten

 

Lage. Milan und Leandra, die Figuren aus den beliebten Lagenser Kindergeschichten von Carolin Jenkner-Kruel, haben schon Einiges in Lage angestellt. Am Mittwoch, 7. Oktober, kommt ein neues Abenteuer dazu, und diesmal wird es musikalisch. Um 16 Uhr sind Kinder zwischen vier und acht Jahren zu den Lagenser Lesezwergen in die Stadtbü­che­rei Lage eingeladen. Die neue Geschichte heißt »Keine Frage, wir kommen aus Lage – wie Milan und Leandra zu Dichtern wurden«.

 

Neben der Geschichte gibt es eine weitere Premiere. Die Musikerin Stefanie Schwarz hat ein Lied über Lage komponiert, das zu den Geschichten der beiden Geschwister passt. Der Text dazu stammt von der Kinderbuchautorin Carolin Jenkner-Kruel. Beim Lesenach­mittag erklingt das Lied zum ersten Mal vor Publikum. Die Kinder hören aber nicht nur zu: Das Lied wird gemeinsam geübt, bis alle mitsingen und mit Klangstäben, Trommeln und Rasseln begleiten können.

 

Danach sind alle gemeinsam gefragt, selbst zu reimen. Mithilfe einfacher Anleitungen können Kinder und Erwachsene eigene Strophen dichten und auch bei der Bastelaktion dreht sich diesmal alles ums Reimen.

Der Eintritt ist frei, eine Anmel­dung ist nicht nötig. Der Förderverein Stadtbücherei Lage unterstützt die Veranstaltung.


 

 

Erinnerung an
starke Frauen

 

Lage. Zu einer besonderen lite­rarisch-musikalischen Veran­staltung laden der Förderverein Stadtbücherei Lage e.V. und die Gleichstellungsstelle der Stadt Lage am Freitag, 2. Oktober, um 19 Uhr ins Kulturzentrum Techni­kum, Lange Straße 124, ein.

 

Unter dem Titel „die nimmer werden untergehen“ gestalten die Tänzerin, Choreografin und Sprecherin Ulrike von der Linden sowie Harfenistin Lydie Römisch einen Abend, der Literatur, Musik und die Auseinandersetzung mit starken Frauenpersönlichkeiten miteinander verbindet.

 

Im Mittelpunkt stehen Frauen, deren Stimmen, Geschichten und Lei­­stun­­­gen nicht in Verges­senheit geraten sollen. Mit Texten, Musik und einer persönlichen, eindringlichen Präsentation erinnern die beiden Künstler­innen an Frauen, die sich be­haup­­tet, Widerstand geleistet und ihre Zeit geprägt haben. Dabei entsteht ein abwechs­lungsreicher Abend, der zum Nachdenken anregt, berührt und zugleich die Kraft weiblicher Perspektiven sichtbar macht. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, Einlass ist ab 18.30 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro. Karten sind in der Buchhandlung Brückmann, Lange Straße 79, und in der Stadtbücherei Lage, Bergstraße 6, erhältlich.

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