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Ein sehr kommunikativer Besucher der Lagenser Wache: Nachdem das neugierige Huhn im Lagenser Supermarkt auf sich aufmerksam gemacht hatte, fuhr es bereitwillig mit zur Polizeistation. Dort gab es noch viel mehr Neues und Interessantes zu erleben. Foto: Polizei
Kommissar Huhn lässt grüßen
Seltener Gast auf der Polizeiwache: Eine ausgebüchste Henne macht auf sich aufmerksam
Glosse von Hajo Gärtner
Lage. Wer glaubt, dass auf einem Supermarktparkplatz nur Autos, Einkaufswagen und gelegentlich ungeduldige Autofahrer unterwegs sind, der irrt. Kürzlich sorgte dort nämlich ein ganz besonderer Verkehrsteilnehmer für Aufsehen: ein freilaufendes Huhn.
Statt sich um Eierpreise oder Sonderangebote zu kümmern, hatte die gefiederte Dame offenbar beschlossen, auf eigene Faust die große weite Welt zu erkunden. Dummerweise hatte sie sich dafür ausgerechnet einen Supermarktparkplatz ausgesucht. Zwischen rangierenden Autos, hupenden Verkehrsteilnehmern und eiligen Kunden war das Abenteuer offenbar doch etwas aufregender als gedacht.
Eine aufmerksame Zeugin entdeckte die Ausreißerin und verständigte die Polizei. Die Einsatzkräfte rückten an und nahmen sich der ungewöhnlichen Verkehrsteilnehmerin an. Dabei bewiesen sie nicht nur Fingerspitzengefühl, sondern offenbar auch ein gewisses Einfühlungsvermögen in die Bedürfnisse eines Huhns. Denn schnell stand fest: Auf dem lauten, hektischen Parkplatz war kein gemütliches Plätzchen zu finden. Die Polizeiwache hingegen versprach deutlich bessere Bedingungen. Weniger Einkaufsstress, keine quietschenden Einkaufswagen und vor allem ein überschaubares Publikum. Da musste die Entscheidung nicht lange ausgebrütet werden.
Kurzerhand wurde das Federvieh zum Dienstsitz der Ordnungshüter transportiert. Die Fahrt im Streifenwagen dürfte für die Henne ein Erlebnis der besonderen Art gewesen sein. Blaulicht, Funkverkehr und eine Aussicht auf die Straße, die normalerweise nur ungefiederten zweibeinigen Fahrgästen vorbehalten ist. Ob sie während der Fahrt passiv auf dem Rücksitz saß oder sich innerlich bereits auf eine Karriere bei der Polizei vorbereitete, ist nicht überliefert. Jedenfalls erreichte sie die Wache wohlbehalten und in bester Laune.
Dort angekommen, schien sie sich erstaunlich schnell einzugewöhnen. Kaum hatte sie ihre neue Unterkunft bezogen, war auch schon der passende Beobachtungsposten gefunden: die Fensterbank. Von dort aus hatte die gefiederte Praktikantin ihr neues Team bestens im Blick. Kein Kollege konnte sich unbeobachtet bewegen, kein Telefonat blieb unbemerkt – und über den Funk war sie stets auf dem Laufenden. Man könnte sagen: Sie hatte den Überblick und war damit manchem menschlichen Polizei-Praktikanten bereits einen Schritt voraus.
Doch wie bei jedem Praktikum kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem es heißt: Feierabend! Pünktlich zum Schichtende war auch der tierische Polizeidienst beendet. Eine Lagenser Bürgerin erschien auf der Wache, um ihre Ausreißerin wieder abzuholen. Offenbar hatte sie inzwischen bemerkt, dass ein Huhn fehlte – und dass sich die Suche besser nicht auf den heimischen Hühnerstall beschränken sollte.
Da staunt die Wühlmaus, und der Igel wundert sich: Eine glatte Oberfläche geht doch anders. Eben gepflastert, senken sich stellenweise Steine in die Erde ab.
Meisterwerk der Pflasterkunst
Der Parkplatz am Werreanger erzeugt Stirnrunzeln
Glosse von Hajo Gärtner (Text & Foto)
Lage. Eine Million Euro, ein halbes Jahr Verspätung und Unebenheiten in Serie: Der Parkplatz am Werreanger macht keine gute Figur. Von außen sieht er kurios aus. Das Pflaster liegt zwar flach auf dem Boden. Aber eine Kleinigkeit scheint noch nicht ganz geklärt: Ist das eigentlich ein Parkplatz – oder eher ein Trainingsplatz für Motocross-Rennen?
Wer genauer hinschaut, entdeckt nämlich eine erstaunliche Vielfalt topografischer Besonderheiten. Hier eine Senkmulde, dort eine Bodenwelle, dazwischen ein paar Unebenheiten, die vermutlich nicht zum künstlerischen Gesamtkonzept gehören. Die Hauptrinne mäandert eher wie ein Fluss, als dass sie eine schnurgerade Furche durchs Steinparkett zöge. Man könnte meinen, die Pflasterkolonne habe sich bei der Arbeit gelegentlich von den natürlichen Gegebenheiten der Landschaft inspirieren lassen.
Eine Million Euro kostet das Parkvergnügen. Dafür darf man durchaus eine Meisterleistung der Pflasterkunst erwarten. Schließlich ist das hier kein historischer Dorfplatz, auf dem sich jahrhundertealte Bodenbewegungen Bahn brechen. Es geht um einen besonderen Parkplatz. Autos sollen dort nicht nur stehen, sondern auf Entdeckungsreise gehen.
Besonders reizvoll ist der Blick in die Zukunft. Wenn sich bereits vor der Wiedereröffnung erste Setzmulden zeigen, darf man gespannt sein, wie sich das Kunstwerk entwickelt, sobald sich täglich tonnenschwere Autos darüberwalzen. Vielleicht entsteht mit der Zeit ein ganz neues Landschaftsbild: der Werreanger als ausgewiesener Prüfparcours für Stoßdämpfer und Achsaufhängungen. Auch die übrigen Details lassen aufhorchen: Grüninseln, die schon jetzt eher als Wildkraut-Reservate durchgehen, beschädigte Kantsteine als interpretationsoffene Grenzmarkierungen und eine Linienführung, für die offenbar Einsteins Raumzeitkrümmung Pate gestanden hat.
Ursprünglich sollte der Parkplatz zu den Osterferien fertig sein. Eine gewagte Hypothese. Nun, ein halbes Jahr später, soll es am Montag doch endlich so weit sein. Die Geduld der Autofahrer ist damit mindestens ebenso strapaziert wie die Nerven derjenigen, die von einem Parkplatz ebene Flächen und und eine gerade Linienführung erwarten.
Uwe Detert (AfD), der einen Heizungsinstallationsbetrieb managt, findet deutliche Worte: »Wenn ich so arbeiten würde, könnte ich meinen Laden zumachen.« Eine notwendige Sanierung sei das eine, eine fachgerechte Ausführung und sorgfältige Kontrolle das andere. Und genau da sieht er die Stadt in der Pflicht.
Vielleicht sollten die Stadtoberen vor der Freigabe noch einmal mit einer Wasserwaage vorbeischauen. Oder gleich mit einem Geologen. Sicher ist sicher. Denn eine Sache wäre wirklich ärgerlich: Wenn der Parkplatz nach seiner millionenschweren Sanierung schon bald wieder sanierungsbedürftig wäre. Dann hätte man nur eines geschafft: aus einem Parkplatz ein echtes Dauerprojekt zu machen. Vielleicht ein Kunstwerk vom Rang der drei Ziegen am Rethlager Bachtal. 
Neue Gesichter im "KlimaPakt:" Die Vertreter von „Ackervielfalt“ Daniel Weckner, Nils Roitsch sowie Wiebke Brinkmann Roitsch und Tobias Priß (von links). Foto: Kreis Lippe
Agroforst statt Aggrofrust
Auf dem Gelände der »Ackervielfalt« wächst die Zukunft in Gestalt von 100 Bäumen und viel Obst
Von Hajo Gärtner (Text & Montage)
Lage-Hagen. »Agroforstwirtschaft« klingt ein bisschen nach Landwirtschaft mit Aggressionspotenzial. „Agro“ – da denkt man spontan an große Maschinen, staubige Äcker und Bauern, die ihrem Traktor Beine machen. Doch weit gefehlt! Hier geht es nicht um die harte Tour, sondern um das genaue Gegenteil: Die Natur soll möglichst schonend behandelt werden. Statt ihr die letzten Kräfte aus dem Boden zu ziehen, wird sie aufgepäppelt. Und zwar nachhaltig.
Wie das funktioniert, zeigt die Solidarische Landwirtschaft „Ackervielfalt eG“ aus Lage-Hagen. Sie ist dem KlimaPakt Lippe beigetreten und beweist auf ihren Äckern, dass Gemüse und Bäume durchaus miteinander können. Während andernorts noch darüber diskutiert wird, wie sich Landwirtschaft und Klimaschutz unter einen Hut bringen lassen, wächst hier bereits eine Lösung heran – mit Wurzeln, Blättern und ziemlich viel Zukunft.
Der Kontrollgang in einer Fabrikhalle in der Industriehalle an der Daimlerstraße zeigt am frühen Morgen, dass Zündler vermutlich versucht haben, einen Brand zu legen. Symbolfoto: Hajo Gärtner (mit KI)
Brandgefährliche
Absichten
Zündler wollen Brand in einer Fabrikhalle legen
Lage-Heiden. Manche Besucher kommen mit Blumen, andere mit einem Präsentkorb. Die nächtlichen Gäste einer Industriehalle an der Daimlerstraße hatten offenbar deutlich weniger freundliche Absichten im Gepäck.
Zwischen Mittwochabend und Donnerstagmorgen (28./29. Oktober) machten sich bislang unbekannte Eindringlinge an einer Fensterscheibe zu schaffen und schlugen sie ein. Doch offenbar ging es nicht nur um einen nächtlichen Streich mit Scherbenfolgen. Nach bisherigen Erkenntnissen besteht der Verdacht, dass die ungebetenen Gäste sogar vorhatten, vorsätzlich ein Feuer zu legen. Ein Vorhaben, das glücklicherweise offenbar nicht in die Tat umgesetzt wurde.
Die Polizei ermittelt nun, ob aus dem nächtlichen Besuch ein Brandanschlag werden sollte.
Wie hoch der entstandene Sachschaden ist, steht bislang noch nicht fest. Das Kriminalkommissariat 1 hat die Ermittlungen übernommen und hofft auf aufmerksame Zeugen.
Wer zwischen Mittwochabend und Donnerstagmorgen verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der Daimlerstraße beobachtet hat, wird gebeten, sich unter (05231) 6090 bei der Polizei zu melden. Denn manchmal ist ein aufmerksamer Blick mehr wert als jede Alarmanlage. 
Aktuelles Thema bei den "Lesezwergen": die Plastikziegen im Rethlager Bachtal. Autorin Carolin Jenkner-Kruel erzählt die neueste Geschichte von Milan und Leandra, und natürlich stimmen alle vorher das neue "Lage-Lied" an.
Begegnung mit lustigen Tieren
Milan und Leander untersuchen die Plastikziegen
im Rethlager Bachtal
Von Carolin Jenkner-Kruel
Lage. Die großen Ziegenskulpturen im Naturschutzgebiet Rethlager Bachtal sorgen derzeit in Lage für reichlich Gesprächsstoff. Kunst oder Müll? Jetzt haben auch Milan und Leandra sie entdeckt - in einer neuen Geschichte aus Lage.
Was die beiden Geschichtenhelden von den Ziegen halten und was das Ganze ausgerechnet mit Zimmeraufräumen zu tun hat, erfahren Kinder zwischen 4 und 8 Jahren und ihre erwachsenen Begleitpersonen bei der nächsten Lesung der Lagenser Lesezwerge am Mittwoch, 4. November, ab 16 Uhr in der Stadtbücherei Lage.
Wie gewohnt startet der Nachmittag mit dem „Lage-Lied“ zum Mitsingen. Nach der Geschichte wird gemeinsam gebastelt, sodass alle Kinder eine kleine Erinnerung mit nach Hause nehmen können. Die Veranstaltungsreihe wird vom Förderverein Stadtbücherei Lage organisiert und gefördert. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Verleger Hans C. Jacobs, Fördervereinsvorsitzender Michael Biermann, Stadtbücherei-Leitererin Eva-Maria Allert und Kinderbuchautorin Carolin Jenkner-Kruel (hintere Reihe) sind mit der Arbeit der jungen Autoren der Schreibwerkstatt sehr zufrieden.
Robbi bereitet
das Müsli zu
Junge Schreibwerkstatt stellt Zukunftsvision vor
Text & Foto: Hajo Gärtner
Lage. Wozu braucht man leere Blätter? Richtig: damit man sie vollschreibt. Mit Einkaufszetteln, Steuererklärungen oder Liebesbriefen. Die jungen Autoren der Lagenser Stadtbücherei haben sich für etwas deutlich Spannenderes entschieden: Sie schreiben Zukunft auf. Und zwar gleich bis ins Jahr 2050.
Das Ergebnis ist ein kleines, aber feines Büchlein mit dem vielversprechenden Titel „Die Zukunft ist ein leeres Blatt“. Der Untertitel verrät, worum es geht: „Lagenser Schreibreise ins Jahr 2050“. Zehn- bis 14-Jährige haben sich auf den Weg gemacht und ihre Fantasie von der Leine gelassen. Was dabei herausgekommen ist, lässt sich in 50 Exemplaren nachlesen – so hoch ist nämlich die Auflage. Eine Rarität also, kein literarischer Blockbuster, aber eine Vision, die Beachtung verdient.
Herausgegeben hat diese Rarität der Förderverein der Stadtbücherei. Den Druck ermöglichte Verleger Hans C. Jacobs vom Lippe Verlag. Mit an Bord war außerdem die Lagenser Autorin Carolin Jenkner-Kruel; Unterstützung kam vom Programm „SchreibLand NRW“.
„Mit diesem Buch halten Sie das wunderbare Ergebnis dieses Projekts in den Händen“, schwärmt Fördervereinsvorsitzender Michael Biermann im Vorwort. Die Geschichten und Gedichte zeigten, wie viel Potenzial, Tiefgang und Erfindungsreichtum in den jungen Schreibtalenten stecke.
Das Jahr 2050 hat offenbar seine Tücken. Die Technik ist weit fortgeschritten, die künstliche Intelligenz allgegenwärtig. Aber ob damit automatisch alles besser wird, ist eine andere Frage. „Wird es wohl noch Bücher geben, oder werden wir von KI leben?“, fragt Elina Adler gleich im ersten Gedicht. Eine berechtigte Sorge. Schließlich wäre es ausgesprochen schade, wenn wir eines Tages unsere Gedichte von Maschinen schreiben und unsere Müsli-Schüsseln von Robotern füllen ließen.
Adrijana Jovanovic jedenfalls scheint von der Zukunft nicht restlos begeistert zu sein. „Nun zurück in mein Jahr, hier habe ich bessere Tage als da“, reimt sie. Die Zukunft mag vieles bieten, aber offenbar nicht unbedingt bessere Tage.
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