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Dieses Schreiben der Firma "Deutsche Messwesen" ist in die Briefkästen der Häuser an der Ehlenbrucher Straße geflattert. Zeitgleich mit dem Stromzählertausch, den "Westfalen Weser Netz" zurzeit durchführt. "Mit der Firma haben wir nichts zu tun", betont der regionale Strom- und Gasnetzbetreiber.
Kostenlos ist nicht gleich umsonst
Firma "Deutsche Messwesen" bietet Smartmeter-Einbau an
Von Hajo Gärtner
Lage-Ohrsen/Ehlenbruch. »Kostenlose Installationstermine sind nur noch für Anfragen bis zum 18. 10. 2026 freigeschaltet«, steht in dem Schreiben der Firma »Deutsche Messwesen«, das in die Briefkästen der Häuser an der Ehlenbrucher Straße geflattert ist. Die Mitteilung baut Druck auf: »Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben«, hatte einst der russische Präsident Michail Gorbatschow zu Erich Honecker gesagt, und kurze Zeit später explodierte die DDR.
Also: Wer das Angebot der Firma »Deutsche Messwesen« (DMG) nicht ernst nimmt, erleidet einen veritablen Schaden, könnte man schließen. Die bietet an, kostenlos ein Smartmeter als Stromzähler einzubauen und dem Besitzer damit 115 Euro Netzentgeld im Jahr zu sparen. Klingt gut. Aber wo ist der Pferdefuß?
»Wer das Angebot annimmt, sollte rechtzeitig nach den Bedingungen im Kleingedruckten fragen, bevor er mit dem bestellten Einbau das Risiko von Folgeverträgen eingeht«, heißt es auf Nachfrage von Lage Aktuell aus dem Kundencenter von Westfalen Weser Netz (WWN). Und die Blomberger Versorgungsbetriebe (BVB), in deren Gebiet das Schreiben der DMG auch aufgetaucht ist, rät: »Niemand muss auf diese Briefe reagieren, und niemand verpasst etwas, wenn er es nicht tut.«
Die Schreiben würden den Eindruck erwecken, Haushalte müssten kurzfristig handeln, um einen gesetzlich vorgesehenen Zählertausch zu veranlassen oder sich Vorteile zu sichern, erläutern die Blomberger Versorgungsbetriebe und verweisen auf den hauseigenen Service. Auch Westfalen Weser Netz rät dazu, sich im Bedarfsfall direkt an den regionalen Versorger zu wenden: »Wir wissen schon, was zu tun ist, und lassen unsere Kunden nicht im Regen stehen.« 
Margarete Wißmann (links) erläutert sehr anschaulich, wie die Früchte am Apfelbaum gepflückt werden sollen. Jahrespraktikant Bernhard Potberg (daneben) und Erzieherin Kerstin Straube (Mitte) hören gespannt zu. Kids aus dem Kinderhaus "Blauer Elefant" von der Lemgoer Straße halten sich präzise an ihre Anweisungen, gönnen sich aber trotzdem einen Probebissen ihrer Ernte. Für ihren Fleiß werden sie hinterher mit einem köstlichen Apfel-Pfannekuchen belohnt.
Der Apfel fällt nicht weit vom Kind
Kinderhaus "Blauer Elefant" erntet auf der Obstwiese des Lippischen Heimatbundes für Projekt "Nachhaltigkeit"
Von Hajo Gärtner (Text & Foto)
Lage. Nummer 89 ist der unangefochtene Star auf der Obstwiese. Kaum zu glauben, was der Baum so alles an den Ästen hängen hat. Apfel an Apfel, dicht an dicht – als hätte jemand beim Einräumen des Obstregals die Packungsgrenze großzügig ignoriert. Und dabei ist Nummer 89 noch gar nicht besonders alt.
Seine eher überschaubare Körpergröße kommt den Kindern des Kinderhauses »Blauer Elefant« an der Lemgoer Straße allerdings sehr entgegen. Was andernorts eine Leiter erforderlich machen würde, lässt sich hier mit ein bisschen Recken und Strecken erledigen. Wobei vor dem Strecken zunächst einmal das Bücken kommt.
»Sammelt zuerst die Äpfel vom Boden auf«, weist Margarete Wißmann, Vorsitzende der Ortsgruppe Lage im Lippischen Heimatbund, die jungen Erntehelfer an. Schließlich soll kein Apfel unnötig im Gras verschimmeln. Schon bald haben die Nachwuchs-Pflücker den Dreh heraus: Hier wird gesammelt, dort wird geschüttelt – und schon purzeln die Vitaminbomben aus dem Baum.
»Vom Baum in den Korb, vom Korb in die Presse – und am Ende kommt der Herbst in flüssiger Form aus der Flasche«, bringt es Ferdinand Schmedding, der sich im Transportwesen der Apfel-Aktion des Lippischen Heimatbundes engagiert, auf den Punkt.
Für Michael Biermann, den Vorsitzenden des Fördervereins Stadtbücherei, sind Bücher keine Last, sondern eine Lust. Mit seiner Begeisterung fürs Lesen und die Stadtbücherei steckt er eine große Zahl von Menschen und auch die eigenen Töchter an. Nun übernimmt er auch noch die Leitung der Buchhandlung und des Papierhauses Brückmann.
Zwei Wege ins
Lese-Universum
Lage. Man darf Michael Biermann mit Fug und Recht einen Kulturmanager nennen. Wobei „Manager“ fast schon untertrieben ist: Der 53-Jährige scheint die Mission zu verfolgen, möglichst viele Menschen mit Büchern, Autoren und Geschichten in Berührung zu bringen.
Als Vorsitzender des Fördervereins Stadtbücherei hat Biermann in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Reihe von Autoren nach Lage geholt. Von lokalen Größen wie Mechtild Borrmann und Joachim H. Peters bis hin zu überregional bekannten Namen wie Christian Berkel oder Leo Reisinger.
Die Lesungen im Technikum sind längst keine kleinen Kulturereignisse mehr. Wenn der Saal dort aus allen Nähten platzt, weicht Biermann kurzerhand in die Aula des Schulzentrums Werreanger aus: fürs ganz große Publikum.
Und natürlich gehören zu einer ordentlichen Lesung nicht nur Stühle, Mikrofone und Autoren, sondern auch Bücher. Dafür sorgte regelmäßig die „Buchhandlung und das Papierhaus Brückmann“ mit einem Büchertisch. Vor dem Tisch bildeten sich nach den Veranstaltungen mitunter beachtliche Schlangen: viele Fans, die schon vorher welche waren, und solche, die es während der Lesung geworden sind.
Nun hat Biermann offenbar beschlossen, dass ihm die Zusammenarbeit mit der Buchhandlung und dem Papierhaus noch nicht eng genug ist. Er übernimmt deshalb das Geschäft an der Langen Straße 79. Aus dem Kulturmanager wird also auch ein Buchhändler. Oder anders gesagt: Der Mann wechselt vom Organisieren der Lesung auch auf die andere Seite des Büchertisches.
Ganz überraschend kommt dieser Schritt allerdings nicht. Das Motto der Buchhandlung lautet „Lage liebt Lesen“. Hinzu kommt das reichhaltige Angebot des Papierhauses, wo Kunden alles für die Schule, das Büro und die Freizeit finden. Und genau das gehört zu Biermanns Kerngeschäft. Die Buchhandlung will mehr sein als ein Ort, an dem Bücher über die Ladentheke geschoben werden. Sie möchte Raum für Fantasie, Entdeckung und Begegnung sein.
Dafür gibt es in Lage eine lange Tradition. Wilhelm Brückmann gründete das Geschäft 1950. Seit inzwischen 76 Jahren ist die Buchhandlung eine feste Größe im kulturellen Leben der Stadt, und heute die bedeutendste und zugleich letzte verbliebene Buchhandlung in der Innenstadt. Unter der Leitung von Luise Willy hat sie sich den veränderten Lesegewohnheiten angepasst, ohne ihre persönliche Atmosphäre aufzugeben.
Und allen Unkenrufen zum Trotz ist das Buch offenbar noch lange nicht tot. Digitalisierung und Onlinehandel haben zwar ihre Spuren hinterlassen, doch das Interesse am Lesen ist ungebrochen. Besonders erfreulich: Auch junge Menschen greifen wieder häufiger zum Buch. Ob Kinderbuch oder „New Adult“-Roman, gelesen wird offenbar weiterhin. Die analoge Welt ist also noch nicht vollständig vom Bildschirm verschluckt worden.
Auch die Stadtbücherei setzt deshalb auf ein friedliches Nebeneinander von Papier und Pixel. Neben gedruckten Büchern gibt es digitale Medien.



