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Dirk Schneider inmitten seiner "Eisenbahnfreunde Lippe" (mit Strohhut und Sonnenbrille) bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Jugendgruppe.
Rangierdiplom mit Augenzwinkern
Die Eisenbahnfreunde Lippe lieben ihr Hobby: Konstruktion ganzer Welten entlang verschlungener Schienenwege
Von Hajo Gärtner (Text & Foto)
Lage. Drei Generationen Vereinsgeschichte und jede Menge Leidenschaft für kleine Loks: Die Eisenbahnfreunde Lippe sind längst mehr als eine Gruppe von Menschen, die gerne Züge im Kreis fahren lassen. Im Verein treffen Eisenbahngeschichte, Technik, Modellbau und Nachwuchsarbeit aufeinander. Un zwar im schicken und originellen Vereinsheim im historischen Ehlenbrucher Bahnhof. Über Ausstellungen, Kalender, Rangierdiplome, Modellbahnbasare und die große Faszination für die kleine Welt spreche ich mit dem Vereinsvorsitzender Dirk Schneider.
LA: Herr Schneider, wie kann man sich eigentlich stundenlang mit einer Eisenbahn beschäftigen, die kaum größer ist als ein Schuhkarton?
Dirk Schneider: Weil eine Modellbahn viel mehr ist als eine Lok auf Schienen. Man baut eine komplette Welt. Da gibt es Bahnhöfe, Landschaften, Häuser, Straßen, Brücken, Signale und natürlich die Züge. Und alles muss funktionieren. Das ist Technik, Kreativität und ein bisschen Spieltrieb – egal, wie alt man ist. Dabei kann man sehr schön abschalten. Wenn man an einer Anlage arbeitet, interessiert einen für eine Weile nicht, was draußen gerade passiert. Man konzentriert sich auf die kleine Welt zu Füßen.
LA: Was heißt "klein"? Sie haben zu Anlässen wie dem "Haferbachfest" eine Anlage aufgebaut, die ein ganzes Bierzelt gefüllt hätte.
Schneider (lacht): So groß war's dann doch nicht. Aber "klein" ist hier wirklich relativ. In manchen Anlagen steckt so viel Arbeit, dass man vermutlich schneller ein Einfamilienhaus baut.
LA: Sie veranstalten regelmäßig Modellbahnbasare und Ausstellungen, zum Beispiel wieder am Sonntagmorgen, 8. November, im Schulzentrum Werreanger. Was macht diese Veranstaltungen so erfolgreich?
Dirk Schneider: Die Mischung. Die Besucher kommen nicht nur, um etwas zu kaufen. Sie wollen Anlagen anschauen, sich informieren, fachsimpeln und Leute treffen, die genauso verrückt nach der Eisenbahn sind wie sie selbst. Und die Kinder haben ihre eigenen Interessen. Die wollen nicht unbedingt drei Stunden über eine historische Lok diskutieren. Die wollen etwas machen. Deshalb versuchen wir, die Jugend möglichst aktiv einzubeziehen.
LA: Dazu gehört das „Eisenbahnrangierdiplom“. Was muss man dafür können?
Dirk Schneider: Vor allem denken! Die Aufgabe sieht zunächst ganz einfach aus: Eine Last muss mit der Lok von A nach B gebracht werden, eine andere von B nach A. Dann kommt aber der Haken: Die Lok passt durch einen Tunnel, die Waggons nicht. Also muss man rangieren, kuppeln, die richtige Reihenfolge finden und ein bisschen tüfteln.
LA: Und wenn das nicht klappt?
Dirk Schneider: Dann gibt's das Diplom auch nicht. Ich kann Ihnen sagen: Die Kinder nehmen das ziemlich ernst. Da wird nicht einfach nur gespielt. Da wird richtig konzentriert gearbeitet. Aber Hand aufs Herz: Wir sind keine Unmenschen und lassen gern auch mal fünfe gerade sein.
Stolz auf seine Schülerinnen: Wolfgang Somsen, Bio-Lehrer an der Freiligrath-Realschule. Die haben nicht nur tolle Entwürfe für die Erweiterung des Gewässer-Lehrpfades rund um den Werreanger produziert (mit interaktiven Elementen), sondern ihr Projekt der Öffentlichkeit gekonnt vorgestellt. Zum Beispiel das Dreh-Element (Würfel) in der Info-Tafel „Durchgängigkeit“ oder Klapp-Elemente in den beiden anderen „Plakaten“.
Fische gucken statt Wasser schlucken
Schüler der Freiligrath-Realschule präsentieren die Ergebnisse ihrer Forschungen zur Werre-Wasserqualität
Von Hajo Gärtner (Text & Fotos)
Lage. Wer in der Werre baden will, sollte gut schwimmen können. Und wer versucht ist, das Werre-Wasser zu trinken, sollte vorher vielleicht einen Schluck Vernunft zu sich nehmen. Denn so idyllisch der Fluss auch durch Lage plätschert: Zum Mineralwasser für lau reicht es bei weitem nicht. Wie es um die Wasserqualität tatsächlich bestellt ist, wissen die Zehntklässler der Freiligrath-Realschule. Sie haben der Werre gründlich auf den Zahn gefühlt – wobei Zähne im Wasser natürlich nicht unbedingt die beste Untersuchungsmethode sind. Deshalb gibt es Pipetten und Co.
- Beweis-Video. Kann ja sonst jeder behaupten: Lages bester Chor
mehr vom Gospelchor Stapelage: Lasst euch überzeugen ⇒
in hoher Auflösung ansehen (wählt 480p statt 360p aus) ⇒
Sangeskunst und Lebensfreude
Gospelchor Lage konzertiert in der vollen Kirche zu Stapelage
Von Hajo Gärtner (Text/Fotos/Videoclip)
Lage. Das Herausragende an diesem Konzert: Das Publikum hat begeistert mitgemacht, wie mein Videoclip beweist. »Let the Sunshine in«: Diese fetzige Passage aus dem Musical »Hair« hat den Rhythmus, bei dem jeder mitmuss. Neu im musikalischen Programm des Gospelchores und gleich ein Volltreffer. Das Ding als letzten Song zu präsentieren, war ein gelungener Coups von Chormaster Reiner Weber, emeritierter Altmeister der Musikhochschule Detmold. So machte er das Kirchenschiff zur Musikhochschule Stapelage, den Chor und das Publikum zu seinen begeisterten Studenten.
Sieht überirdisch ganz schick aus, aber unterirdisch stapeln sich statische Probleme. Der Beton ist brüchig geworden, die tragende Konstruktion erscheint angegriffen. Da ist schon eine ordentliche finanzielle Kletterpartie vonnöten, um das Schiff auf Kurs zu halten. Aber müssen es 15 oder gar 30 Mio. Euro sein?
Viel gefordert, nichts bekommen
Der Antrag auf Fördermittel fürs Hallenbad ist abgelehnt
Lage. Und wieder schaut die Zuckerstadt in die Röhre. Es gibt keine Fördermittel für die Sanierung des Hallenbades. Die Verwaltung wollte Geld aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ rausholen und legte dazu ein 15 Millionen Euro schweres Konzept vor.
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Ringen um den richtigen Platz
Von Hajo Gärtner (Text/Videoclip/Montage)
Lage. Windräder sollen einen Mindestabstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung einhalten, fordert »Aufbruch C« und obsiegt, unterstützt von CDU und AfD, im Umweltausschuss. Nun ist der Weg frei, dass der Rat der Stadt die „Leitlinie“ absegnet, die etwas Ruhe in die hitzige Debatte um neue Windräder bringen soll.
Ganzer Bericht und Kommentar hier ⇒
Drei bunte Ziegen vor dem Rathaus: Das hätte doch was. Aber warum ist die Skulptur des portugiesischen Street-Art-Künstlers Artur Bordalo (39) im Naturschutzgebiet an der Rethlage versteckt worden? Schämt sich da jemand, sie öffentlich zu zeigen? Immerhin hat das Kunstwerk rund 47.000 Euro gekostet. Und da sollte es doch vorzeigbar sein.
Das stille Meckern der Ziegen
Kreis Lippe platziert ein Kunstwerk an unzugänglicher Stelle
Von Hajo Gärtner (Text/Montage)
Lage-Müssen. Sieht nach einem Schildbürgerstreich aus: Da erwirbt der Kreis Lippe mit Fördermitteln von Bund und Land eine 47.000 Euro teure Skulptur und versteckt sie in einem nur schwer zugänglichen Naturschutzgebiet an der Rethlage (Im Heitland). Unauffällig geht anders: Denn die Plastik-Ziegen provozieren inzwischen einen unerwarteten Besucherstrom. Alle wollen das heimliche Kunstwerk sehen, das Neugier hervorruft, eben weil es scheinbar verborgen wird. »Das am besten versteckte Kunstwerk Lippes steht seit Kurzem wohl in Lage-Müssen«, meldet Radio Lippe.
Aktuelles Thema bei den "Lesezwergen": die Plastikziegen im Rethlager Bachtal. Autorin Carolin Jenkner-Kruel erzählt die neueste Geschichte von Milan und Leandra, und natürlich stimmen alle vorher das neue "Lage-Lied" an.
Begegnung mit lustigen Tieren
Milan und Leander untersuchen die Plastikziegen
im Rethlager Bachtal
Von Carolin Jenkner-Kruel
Lage. Die großen Ziegenskulpturen im Naturschutzgebiet Rethlager Bachtal sorgen derzeit in Lage für reichlich Gesprächsstoff. Kunst oder Müll? Jetzt haben auch Milan und Leandra sie entdeckt - in einer neuen Geschichte aus Lage.
Was die beiden Geschichtenhelden von den Ziegen halten und was das Ganze ausgerechnet mit Zimmeraufräumen zu tun hat, erfahren Kinder zwischen 4 und 8 Jahren und ihre erwachsenen Begleitpersonen bei der nächsten Lesung der Lagenser Lesezwerge am Mittwoch, 4. November, ab 16 Uhr in der Stadtbücherei Lage.
Wie gewohnt startet der Nachmittag mit dem „Lage-Lied“ zum Mitsingen. Nach der Geschichte wird gemeinsam gebastelt, sodass alle Kinder eine kleine Erinnerung mit nach Hause nehmen können. Die Veranstaltungsreihe wird vom Förderverein Stadtbücherei Lage organisiert und gefördert. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Verleger Hans C. Jacobs, Fördervereinsvorsitzender Michael Biermann, Stadtbücherei-Leitererin Eva-Maria Allert und Kinderbuchautorin Carolin Jenkner-Kruel (hintere Reihe) sind mit der Arbeit der jungen Autoren der Schreibwerkstatt sehr zufrieden.
Robbi bereitet
das Müsli zu
Junge Schreibwerkstatt stellt Zukunftsvision vor
Text & Foto: Hajo Gärtner
Lage. Wozu braucht man leere Blätter? Richtig: damit man sie vollschreibt. Mit Einkaufszetteln, Steuererklärungen oder Liebesbriefen. Die jungen Autoren der Lagenser Stadtbücherei haben sich für etwas deutlich Spannenderes entschieden: Sie schreiben Zukunft auf. Und zwar gleich bis ins Jahr 2050.
Das Ergebnis ist ein kleines, aber feines Büchlein mit dem vielversprechenden Titel „Die Zukunft ist ein leeres Blatt“. Der Untertitel verrät, worum es geht: „Lagenser Schreibreise ins Jahr 2050“. Zehn- bis 14-Jährige haben sich auf den Weg gemacht und ihre Fantasie von der Leine gelassen. Was dabei herausgekommen ist, lässt sich in 50 Exemplaren nachlesen – so hoch ist nämlich die Auflage. Eine Rarität also, kein literarischer Blockbuster, aber eine Vision, die Beachtung verdient.
Herausgegeben hat diese Rarität der Förderverein der Stadtbücherei. Den Druck ermöglichte Verleger Hans C. Jacobs vom Lippe Verlag. Mit an Bord war außerdem die Lagenser Autorin Carolin Jenkner-Kruel; Unterstützung kam vom Programm „SchreibLand NRW“.
„Mit diesem Buch halten Sie das wunderbare Ergebnis dieses Projekts in den Händen“, schwärmt Fördervereinsvorsitzender Michael Biermann im Vorwort. Die Geschichten und Gedichte zeigten, wie viel Potenzial, Tiefgang und Erfindungsreichtum in den jungen Schreibtalenten stecke.
Das Jahr 2050 hat offenbar seine Tücken. Die Technik ist weit fortgeschritten, die künstliche Intelligenz allgegenwärtig. Aber ob damit automatisch alles besser wird, ist eine andere Frage. „Wird es wohl noch Bücher geben, oder werden wir von KI leben?“, fragt Elina Adler gleich im ersten Gedicht. Eine berechtigte Sorge. Schließlich wäre es ausgesprochen schade, wenn wir eines Tages unsere Gedichte von Maschinen schreiben und unsere Müsli-Schüsseln von Robotern füllen ließen.
Adrijana Jovanovic jedenfalls scheint von der Zukunft nicht restlos begeistert zu sein. „Nun zurück in mein Jahr, hier habe ich bessere Tage als da“, reimt sie. Die Zukunft mag vieles bieten, aber offenbar nicht unbedingt bessere Tage.
Vor allem die Roboter machen den jungen Zukunftsreisenden zu schaffen. Eigentlich sollen sie das Leben erleichtern. Doch wie so oft im Leben – und in der Technik – ist gut gemeint nicht automatisch gut gemacht. Isabell Wallbaum lässt einen Roboter ungefragt Müsli zubereiten. Das schmeckt allerdings „irgendwie nach dreckigem Stoff“. Auch das Brötchen ist keine Offenbarung, „wenn nicht sogar noch schlimmer!“ Da muss man sich fragen, ob die künstliche Intelligenz zwar die Weltformel formulieren, aber kein vernünftiges Frühstück hinbekommen wird. Auch auf dem Spielplatz haben die Blechkameraden das Kommando übernommen. Überall rennen Roboter herum. „Na los, verschwindet ihr alten Metallbüchsen“, schimpft die Erzählerin. Doch die digitalen Spielplatzbesetzer zeigen sich von der wenig diplomatischen Ansprache unbeeindruckt: „Aber sie ignorieren mich einfach.“ Selbst der Hund ist genervt. Den ganzen Vormittag und Nachmittag muss er die „Metalldinger“ verscheuchen – ohne Erfolg.
Zum Glück entpuppt sich der Spuk als böser Traum. Beim Aufwachen schwebt ein „kleiner süßer Roboter“ über dem Kopf der Erzählerin. Statt Müsli mit Textilgeschmack gibt es diesmal Freundlichkeit, Hilfe beim Waschen und Anziehen und obendrein Roboterwitze. Die Erzählerin heißt Anni, und ihr neuer Begleiter wird bald zu einem echten Freund. Sie nennt ihn liebevoll „Sit“. Plötzlich schmecken sogar die Brötchen wieder besser. Am Ende ist aus dem anfänglichen Albtraum eine innige Freundschaft geworden. „Es fühlt sich an, als wären wir Bruder und Schwester“, stellt Anni fest. Und sie ist sicher: „Ich habe ihn lieb und wir werden für immer und ewig zusammenbleiben. Nichts kann uns trennen.“
Na bitte! Wenn die Zukunft so aussieht, braucht man sich um die Menschheit vielleicht doch nicht allzu viele Sorgen zu machen. Vorausgesetzt natürlich, die Roboter lernen bis dahin noch, ordentliches Müsli zuzubereiten.
Doch die jungen Autoren wissen, dass die Zukunft nicht nur aus niedlichen Blechkameraden und glücklichen Frühstücksrunden besteht. Lasse Ohlberg entwirft ein ganz anderes Bild. In seiner Geschichte gibt es Soldaten, Kugeln und den Tod. „Sie schrie und weinte, als mehrere Kugeln den Körper ihres geliebten Mannes durchbohrten“, heißt es in einer Szene, in der die Zeit stillzustehen scheint. Hier ist nichts mehr lustig, nichts niedlich und nichts mit einem freundlichen Roboterwitz zu reparieren.
So liegen zwischen den Zukunftsbildern dieses Bändchens Welten. Die einen träumen von einer märchenhaft schönen Zukunft, wie Fynn Jesper Voedisch sie beschreibt. Andere sehen düstere Szenarien voraus, in denen Gewalt und Verlust das Leben bestimmen. Und dann gibt es noch die ganz alltäglichen Zukunftsprobleme: Wie schmeckt das Frühstück? Wie wird man die Roboter auf dem Spielplatz los? Und gibt es eigentlich noch Bücher?
Gerade darin liegt der Reiz dieser Schreibreise. Die Jugendlichen liefern keine fertigen Antworten, keine wohlfeilen Patentrezepte und erst recht keine Gebrauchsanweisung für das Jahr 2050. Sie zeigen vielmehr, dass die Zukunft noch offen ist – und dass es darauf ankommt, was wir aus ihr machen.
Das leere Blatt ist also längst nicht mehr leer. Es ist voller Ideen, Wünsche, Ängste und überraschender Einfälle. Und wer weiß: Vielleicht liest im Jahr 2050 tatsächlich noch jemand ein gedrucktes Buch. Vielleicht sogar dieses. Dann allerdings hoffentlich mit einem vernünftigen Frühstück daneben.






