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Windräder sind eine feine Sache, wenn sie an der richtigen Stelle stehen und sich tüchtig drehen. Um den richtigen Standort zu sichern und falsche Positionierungen zu verhindern, drängt »Aufbruch C« im Stadtradt darauf eine »Leitlinie« durchzubringen, die als Mindesabstand zur Wohnbebauung 1000 Meter vorsieht. So, wie das bis 2023 im Land der Fall gewesen ist. Gegen den Widerstand von SPD und Grünen macht sich eine konservative Opposition von Aufbruch C, CDU und AfD für diese Leitlinie stark. Mit guten Aussichten auf Erfolg.
Ringen um den richtigen Platz
Windräder sollen einen Mindestabstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung einhalten, fordert »Aufbruch C« und siegt, unterstützt von CDU und AfD, im Hauptausschuss.
Von Hajo Gärtner (Text/Videoclip/Montage)
Lage. »Die Windkraft« ist ein heiß umstrittenes Thema, obwohl die grundsätzliche Zustimmung groß ist: 70 % der Deutschen befürworteten im Herbst 2025 den Ausbau der Windenergie an Land. Auf der anderen Seite stoßen Windräder, wo sie denn gebaut werden sollen, mitunter auf entschiedene Ablehnung. Jüngstes Beispiel: Die »Bürgerenergie-Genossenschaft Lage« (BeLa) biss im Lagenser Westend auf Granit beim Versuch, zwei Windräder in Ohrsen aufzustellen.
Tatsächlich würde dort ein Abstand von 1000 Metern zur nächsten Wohnbebauung nicht eingehalten. Rechtlich zurzeit kein Hindernis, weil diese Barriere vor rund drei Jahren vom Land geschliffen wurde. »Anything goes«, heißt die Regel heute. »Damit muss Schluss sein«, befindet die Fraktion »Aufbruch C« und bringt eine »Leitlinie ein«, die Sicherheit für Bürger und Investoren schaffen soll. Unterstützt von CDU und AfD stehen die Chancen gut, die Leitlinie in der nächsten Ratssitzung durchzusetzen, wenn den Befürwortern des Projektes »Windräder in Ohrsen« nicht noch ein Schachzug einfällt. Bislang haben sie sich sehr kreativ dabei gezeigt, die Bürgerinitiative vor die Wand fahren zu lassen. Aber ein Durchbruch ist ihnen selbst bislang noch nicht gelungen.
KOMMENTAR
Zwischen „Windkraft um jeden Preis“ und „Nieder mit diesen Windmühlen der Schande!“ liegt eine ganze Menge Platz. Genau dort sieht sich die Fraktion „Aufbruch C“. Die Christen wollen beim Thema Windkraft weder mit erhobenem Zeigefinger durch den Windpark marschieren, noch mit der Abrissbirne auf die nächste Windmühle losgehen.
Robert Habeck, einst grüner Bundeswirtschaftsminister, wollte beim Ausbau der Windkraft die „Handbremse“ lösen. Alice Weidel von der AfD forderte ein Niederreißen der „Windmühlen der Schande“. Die einen hätten am liebsten noch ein paar Windräder aufgestellt, bevor überhaupt jemand gefragt hat, wo sie eigentlich hin sollen. Die anderen würden sie offenbar am liebsten schon demontieren, bevor sich der erste Rotor dreht.
„Aufbruch C“ versucht es mit einer weniger spektakulären Variante: Pragmatismus. Windräder sollen dort stehen, wo sie ihren Zweck erfüllen, ohne zum Dauerstreitgegenstand für die Menschen in der Nachbarschaft zu werden. Das klingt weniger nach politischem Donnerschlag, hat aber den Vorteil, dass danach vielleicht noch miteinander geredet werden kann.
Denn die Welt der Energieversorgung hat sich verändert. Die Erneuerbaren liefern inzwischen annähernd 60 Prozent des deutschen Bruttostroms, die Windkraft übernimmt davon einen erheblichen Teil. Doch ein Windrad ist noch lange kein Zauberstab. Es kann zwar Strom erzeugen – aber nicht dafür sorgen, dass dieser im richtigen Moment am richtigen Ort verbraucht wird.
Und so stehen die imposanten Rotoren immer wieder still. Nicht unbedingt, weil der Wind fehlt, sondern weil der erzeugte Strom gerade nicht benötigt wird oder schlicht nicht dorthin gelangt, wo er gebraucht wird. Das ist ungefähr so, als würde man den Wasserhahn aufdrehen, während die Badewanne noch gar nicht angeschlossen ist.
Deshalb braucht die Energiewende mehr als immer neue Windräder: Stromnetze müssen ausgebaut, Speicher geschaffen und Erzeugung und Verbrauch besser zusammengebracht werden. Sonst produziert man irgendwann Strom im großen Stil – und sucht anschließend verzweifelt nach jemandem, der ihn haben möchte.
Und damit sind wir bei der entscheidenden Frage: Wo gehören Windräder eigentlich hin?
Nun ja: Windräder sind weder Heilsbringer noch Höllenmaschinen. Sie sind schlicht ein Werkzeug der Energieversorgung. Und bei Werkzeugen ist die Sache normalerweise ziemlich klar. Wer hängt Hammer und Säge ins Wohnzimmer? Wer stellt die Bohrmaschine auf den Couchtisch? Und wer kommt auf die Idee, die Kettensäge neben den Fernseher zu legen?
Gut, bei Elon Musk wäre zumindest Letzteres nicht völlig auszuschließen.
Der vernünftige Mensch räumt sein Werkzeug in den Geräteschuppen. Dort darf es seinen Zweck erfüllen – und hält zugleich einen gewissen Abstand zum Wohnzimmer.
Vielleicht ist das auch für Windräder keine ganz schlechte Idee.
Drei bunte Ziegen vor dem Rathaus: Das hätte doch was. Aber warum ist die Skulptur des portugiesischen Street-Art-Künstlers Artur Bordalo (39) im Naturschutzgebiet an der Rethlage versteckt worden? Schämt sich da jemand, sie öffentlich zu zeigen? Immerhin hat das Kunstwerk rund 47.000 Euro gekostet. Und da sollte es doch vorzeigbar sein.
Das stille Meckern der Ziegen
Kreis Lippe platziert ein Kunstwerk an unzugänglicher Stelle
Von Hajo Gärtner (Text/Montage)
Lage-Müssen. Sieht nach einem Schildbürgerstreich aus: Da erwirbt der Kreis Lippe mit Fördermitteln von Bund und Land eine 47.000 Euro teure Skulptur und versteckt sie in einem nur schwer zugänglichen Naturschutzgebiet an der Rethlage (Im Heitland). Unauffällig geht anders: Denn die Plastik-Ziegen provozieren inzwischen einen unerwarteten Besucherstrom. Alle wollen das heimliche Kunstwerk sehen, das Neugier hervorruft, eben weil es scheinbar verborgen wird. »Das am besten versteckte Kunstwerk Lippes steht seit Kurzem wohl in Lage-Müssen«, meldet Radio Lippe.
Was hat es damit auf sich? Der Kreis Lippe begründet den Standort am ehemaligen Kieswerk mit der Symbolik der Kunst. Bordalo ist bekannt dafür, dass er aus Müll Tiere erschafft. Ein weiteres Werk hat der Portugiese auch in der Klimaerlebniswelt in Oerlinghausen hinterlassen.
Macht Kunst Sinn, die man verstecken muss? Das Einzige, was an der »Müll-Skulptur« auf Kunst hinweist, ist der Preis. Wer ist schon bereit, 47.000 Euro für Müll zu bezahlen? Das muss schon Kunst sein. Manche interpretieren das aus Plastikteilen gefertigte Objekt als Protest gegen den Plastikmüll einer Ressourcen verschwendenden Konsumwelt. Uwe Detert (AfD) hat dagegen eine entschieden ablehnende Meinung und hat sie in einen satirisch pointierten kritischen Videoclip gegossen: 
Der E-Scooter ist für Jugendliche nicht nur ein Fortbewegungsmittel von A nach B: Dann könnten sie ja auch mit dem Fahrrad fahren. Sie würden sportlich sogar noch etwas für ihren Body tun. Nein, der E-Scooter ist ein Status-Symbol geworden. Mit so einem Teil machst du in deiner Gruppe etwas her. Die Verführung zu Regelverletzungen und abenteuerlichem Tuning ist groß. Die Polizei hält im Dienste der Verkehrssicherheit mit Kontrollen dagegen. Symbolfoto: Pexels
Mit 78 km/h auf
dem E-Scooter
Polizeikontrolle fördert Spektakuläres zutage
Lage. Für einige jugendliche Draufgänger endete der Mittwoch mit einer unangenehmen Überraschung. Polizeikräfte der Wache Lage und des Verkehrsdienstes waren in Müssen und Billinghausen unterwegs, um insbesondere junge Fahrer sowie die zunehmende Zahl der E-Scooter genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei kam allerdings deutlich mehr zum Vorschein als lediglich kleinere Verstöße.
Die Bilanz des Einsatzes: 28 Verwarngelder, 15 Ordnungswidrigkeitenanzeigen und fünf Strafanzeigen wegen Verkehrsdelikten.
Besonders ins Auge fiel ein 15-Jähriger auf einem E-Scooter. Nach seinen eigenen Angaben soll das Gefährt theoretisch bis zu 78 Stundenkilometer schnell sein, gab er stolz zu Protokoll. Eine Geschwindigkeit, bei der sich selbst ein harmloser Tretroller in ein gefährliches Verkehrsmittel verwandeln würde (steil bergab ist das möglich). Die Beamten hegten den Verdacht, dass technisch nachgeholfen worden war, und stellten den Scooter deshalb sicher. Hinzu kam: Der Jugendliche besaß keine Fahrerlaubnis.
Bald doppelt so alt, aber mindestens genau so unvernünftig: Ein 28-jähriger Autofahrer geriet bei der Kontrolle auch ins Visier der Einsatzkräfte. Er saß ohne gültige Fahrerlaubnis am Steuer seines Audi, der zudem überhaupt nicht zugelassen war. Damit nicht genug: Die am Fahrzeug angebrachten Kennzeichen gehörten nicht zum Audi und trugen offenbar gefälschte Zulassungssiegel.
Für den Fahrer war die Fahrt damit beendet. Die Polizei nahm sowohl die Kennzeichen als auch die Zulassungsbescheinigung an sich und untersagte dem Lagenser die Weiterfahrt.
Margarete Wißmann (links) erläutert sehr anschaulich, wie die Früchte am Apfelbaum gepflückt werden sollen. Jahrespraktikant Bernhard Potberg (daneben) und Erzieherin Kerstin Straube (Mitte) hören gespannt zu. Kids aus dem Kinderhaus "Blauer Elefant" von der Lemgoer Straße halten sich präzise an ihre Anweisungen, gönnen sich aber trotzdem einen Probebissen ihrer Ernte. Für ihren Fleiß werden sie hinterher mit einem köstlichen Apfel-Pfannekuchen belohnt.
Apfel fällt nicht weit vom Kind
Kinderhaus "Blauer Elefant" erntet auf der Obstwiese des Lippischen Heimatbundes für Projekt "Nachhaltigkeit"
Von Hajo Gärtner (Text & Foto)
Lage. Nummer 89 ist der unangefochtene Star auf der Obstwiese. Kaum zu glauben, was der Baum so alles an den Ästen hängen hat. Apfel an Apfel, dicht an dicht – als hätte jemand beim Einräumen des Obstregals die Packungsgrenze großzügig ignoriert. Und dabei ist Nummer 89 noch gar nicht besonders alt.
Seine eher überschaubare Körpergröße kommt den Kindern des Kinderhauses »Blauer Elefant« an der Lemgoer Straße allerdings sehr entgegen. Was andernorts eine Leiter erforderlich machen würde, lässt sich hier mit ein bisschen Recken und Strecken erledigen. Wobei vor dem Strecken zunächst einmal das Bücken kommt.
Dieses Schreiben der Firma "Deutsche Messwesen" ist in Lagenser Briefkästen geflattert."Mit der Firma haben wir nichts zu tun", betont der regionale Strom- und Gasnetzbetreiber.
Kostenlos ist nicht umsonst
Firma "Deutsche Messwesen" bietet Smartmeter-Einbau an
Von Hajo Gärtner
Lage-Ohrsen/Ehlenbruch. »Kostenlose Installationstermine sind nur noch für Anfragen bis zum 18. 10. 2026 freigeschaltet«, steht in dem Schreiben der Firma »Deutsche Messwesen«, das in die Briefkästen der Häuser an der Ehlenbrucher Straße geflattert ist. Die Mitteilung baut Druck auf: »Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben«, hatte einst der russische Präsident Michail Gorbatschow zu Erich Honecker gesagt, und kurze Zeit später explodierte die DDR.






