
Pastikmüll ist eine tickende Zeitbombe und das große Zukunftsthema. Gefährlich für Mensch, Tier und die Biosphäre. Der Lagenser Umweltausschuss hat einstimmig beschlossen, dem Müll den Kampf anzusagen: auch mit einer "Müllsteuer".
Blick übern Zaun
Lage hui, Lemgo pfui
Von Hajo Gärtner
Leben in der Zuckerstadt die Umweltfreunde und in der Alten Hansestadt die Umweltschweine? Pardon, war nicht so gemeint, aber der Gag war zu verführerisch, um auf ihn zu verzichten. Die Bedenken sind ja angesichts löcheriger Haushaltskassen ernst zu nehmen, dass mehr Umweltschutz höhere Verwaltungs-Kosten verursache. Aber von vorn:
In Lage hat der Umweltausschuss einstimmig (!) dem Hammesfahr-Plan (Die Grünen) zugestimmt, den Kampf gegen den Müll in der Stadt schärfer anzugehen und den Plastikmüll energisch zu bekämpfen: durch eine Besteuerung von Plastikbehältern, Plastikbesteck und Strohhalmen nach dem Tübinger Konzept. Außerdem sollen Mehrweg-Behältnisse vor Einwegverpackungen gefördert werden (Bericht hier).
In Lemgo hingegen setzten sich die Bedenkenträger der alten Hansestadt gegen eine "Müll-Steuer" durch: Der Verwaltungsaufwand sei zu hoch, die Verwaltung werde personell überfordert, die Überwachung und Durchsetzung entsprechender Regelungen erscheine unmöglich. Ergebnis: Die Grünen blieben mit ihren drei Stimmen für den Antrag auf eine "kommunale Verpackungssteuer" einsam und allein auf weiter Flur (Bericht in der LZ vom 11. Juni, Seite Lemgo). Beigeordneter Frank Limke zeigte sich skeptisch: "Wir würden mit einer Steuer versuchen, das Verhalten der Bürger zu beeinflussen". Er brachte den Ausdruck "Keule einer Steuer" ins Spiel.
Ist es denn schlecht, das Verhalten von Bürgern beeinflussen zu wollen? Da ist Steuerpolitik doch geradezu die "sanfte Tour". Denn was wäre die Alternative? Gebote und Verbote. Da fühlen sich Bürger gegängelt und entmündigt; einsehbare Besteuerungsgründe können die meisten akzeptieren, und Umweltfreunde können sogar positiv gestimmt mitgehen. Sie urteilen: Lage hui und Lemgo pfui. 
