CDU

"Wir müssen den Umfang der Verwaltung reduzieren", befand Fraktionschef Michael Biermann. Der Haushaltsplan-Entwurf dürfe kein "Wünsch dir was" der Verwaltung darstellen, die immer Hunger nach mehr Personal zeige. "Und wir müssen uns fragen: Brauchen wir überall den Goldstandard oder tut es an manchen Stellen nicht mal Silber oder Bronze?" Der Rat müsse klar priorisieren: "Dies sind Dinge, die wir machen wollen; und jenes können wir uns nicht leisten."

SPD

"Die Haushaltslage hat sich dramatisch verschlechtert", stellt Fraktionschef Hans Hofste fest. Ein späteres Abrutschen in die Haushaltssicherung oder in den Nothaushalt mit einer Politik des "Weiter so" wäre die schlechtere Lösung gegenüber entschiedenem Sparwillen. Der im September zu wählende neue Rat "muss einen schmerzhaften Weg der Haushaltssanierung um jeden Preis" gehen. 

Die Grünen

Ute Habisberg-Bicker mahnte, das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten. Bildungsgrundlagen in den Kitas und Schulen müssten als "Fundament unserer Demokratie" gefördert werden; soziale Gerechtigkeit für alle Menschen in Lage sei anzustreben; vorbeugende und Klimafolgen-angepasste Maßnahmen seien genau so notwendig wie der Ausbau der Mobilitäts- und Energiewende. Gleichwohl sollten "kostenintensive und dabei unnötige Ausgaben vermieden werden wie die zweite Beigeordneten-Stelle oder Investitionen in umstrittene Projekte wie ein Ärztehaus am Werreufer."

Aufbruch C

Andreas Epp mahnte in seiner Haushaltsrede einen"klaren Blick auf die Realität" an. Jede Herausforderung berge auch eine Chance, sagte er mit Blick auf die roten Zahlen des Haushaltsplans. Es sei ein Gebot finanzieller Verantwortung, "klug zu investieren statt nur zu sparen". "Bildung, Infrastruktur und soziale Sicherheit sind keine Belastungen, sondern essenzielle Grundlagen für wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unter diesem Leitstern könne seine Fraktion dem vorgelegten Zahlenwerk zustimmen."   

AfD

Steffen König lehnte für seine Fraktion den Haushaltsentwurf rundweg ab. "Die Corona-Zeit, die Sanktionen gegen Russland und auch die Folgen der illegalen Migration haben dazu geführt, dass sich auf allen Ebene unterhalb der Landesebene erhebliche Kostensteigerungen vollzogen haben." Hier sei eine Haltung der Verweigerung geboten. "Die schwarz-grüne Landesregierung hat uns lediglich Buchungstricks zur Verfügung gestellt", sagte er und verwies auf immer mehr "Pflichtaufgaben, die Bund und Land den Kommunen aufs Auge gedrückt haben". Er verwies auf Landrat Dr. Axel Lehmann als Kronzeugen seiner Argumentation: "Wenn Berlin und Düsseldorf hier nicht bald gegensteuern und die Kreise, Städte und Gemeinden finanziell entlasten, droht uns der Kollaps.

FWG/BBL

Auch Angelika Schapeler-Richter positionierte ihre Fraktion gegen den Haushaltsplanentwurf 2025. Sie sah die drohende "Haushaltssicherung" nicht als Gefahr an, weil Lage schon einmal eine Phase dieser Aufsicht von oben erfolgreich durchgestanden habe. In den zehn Jahren der verschärften Finanz-Kontrollen in der Amtszeit von Kalkreuters Vorgänger Christian Liebrecht (CDU) sei Lage gut durch die Krise gekommen. 

nach oben