Hundstage kein Beweis für Klimakatastrophe
30 °C am Thermometer sind noch kein Beweis für eine Klimakatastrophe. Kaum steigen die Temperaturen, überschlagen sich wieder Schlagzeilen mit der nächsten angeblichen „Jahrhunderthitze“. Dabei wird oft vergessen, wie Temperatur überhaupt seriös gemessen wird. Ein Thermometer an einer sonnigen Hauswand, auf dem Balkon oder über heißem Asphalt misst nicht die offizielle Lufttemperatur. Dafür gibt es klare meteorologische Standards: im Schatten, gut belüftet, etwa zwei Meter über natürlichem Untergrund. Schon der Standort kann mehrere Grad Unterschied ausmachen.
Und noch etwas wird regelmäßig ausgeblendet: Klima ist nicht das Wetter von heute. Klima beschreibt Entwicklungen über mindestens 30 Jahre. Wer aus einem heißen Wochenende gleich eine Katastrophe ableitet, argumentiert genauso unseriös wie jemand, der aus einem kalten Mai schließen würde, es gäbe keine Erwärmung. Auch die Klimageschichte gehört zur Wahrheit. Nach der Kleinen Eiszeit begann bereits lange vor unserer Zeit eine natürliche Erwärmungsphase. Davor gab es die Mittelalterliche Warmzeit, danach mehrere Jahrhunderte deutlich kühlerer Temperaturen. Das Klima hat sich also schon immer verändert. Die spannende wissenschaftliche Frage ist, welche Faktoren welchen Anteil daran haben, nicht, ob jede Hitzewelle automatisch als Beweis für eine politische Agenda dienen kann.
Gerade deshalb braucht es Sachlichkeit statt Alarmismus. Statt Bürger mit immer neuen Hitzewarnungen, Verboten und zusätzlichen Abgaben zu verunsichern, sollten wir uns um konkrete Maßnahmen kümmern: ausreichend Trinkwasser, Verschattung öffentlicher Plätze, gesunde Stadtbäume, funktionierende Infrastruktur und einen verlässlichen Katastrophenschutz. Mein Appell: Weniger Panik. Mehr Physik. Mehr Statistik. Mehr gesunder Menschenverstand. Denn Politik sollte auf belastbaren Daten beruhen, nicht auf Schlagzeilen und Emotionen. Und ja, es ist gerade sehr warm: Aber bedenkt, dass unsere Eltern oder Vorfahren hohe Temperaturen auch überlebt haben.

