Der AfD fehlt der Durchblick

Von Bernhard Jaschke

Herr Detert hat nach seinen eige­nen Worten also „einen ge­wissen Blick für Zahlen“. Er be­haup­tet u.a., dass „ein Vermö­gens­wert (Netz der Straßen­beleuchtung) von 12 Millionen Euro für 1,2 Millionen Euro abge­geben“ wird. Damit soll der Eindruck erweckt werden, dass da aktuell 12 Millionen Euro in der städtischen Erde liegen und von der Verwaltung und den anderen Parteien für läppische 1,2 Millio­nen Euro zum Nachteil der Lag­ens­er Bürger verschleu­dert werden.

Schauen wir doch mal in die Antworten von unserem Käm­merer Aust (Stand 8. 12. 2025) zum Fragenkatalog der AfD-Fraktion vom 2. 12. zur Beschluss­vorlage BV-114/20251 (Thema: Verkauf des Straßenbeleuch­tungsnetzes an Westfalen Weser Netz GmbH):

Frage 3: Wie hoch ist der Wiederbeschaf­fungswert des unterirdischen Netzes inklusive aller Schalt­schränke?

Antwort: Der Tagesneuwert beträgt laut Bewer­tung von Wesertal-Netz 12.634.244 €.

Falsch: Man darf "Vermö­gens­wert" und "Tagesneuwert" nicht gleich setzen. Das sind zwei höchst verschiedene Größen. Das wäre so, als würde man einen gebrauchten Opel Corsa im Restwert von sagen wir 2000 Euro mit mehr als 20.000 Euro kalkulieren, weil so viel ein neuer kosten würde. 

Detert tut so, als ob das Versorgungsnetz einen aktuellen Wert von 12 Mio € hat, es sind aber nur rund 1,3 Mio. € ("Vermögenswert").

12.634.244 € ("Tagesneuwert") ist der Betrag, der für ein komplettes neues Versorgungsnetz (im Umfang des jetzigen) investiert werden müsste.

Seiner Aussage „Am Ende bleibt ein Eindruck: Hier wird nicht gerechnet, hier wird ausprobiert“ kann ich vollumfänglich zustim­men. Da probiert die AfD aus, ob solche Behauptungen verfangen und so der politische Gegner diskredi­tiert werden kann und die eigene Partei als die einzig ehrliche Vertreterin von Bürgerinteressen erscheinen kann.

Dass erneut die Musikschule ange­griffen wird, könnte in einem besonderen „Kulturverständnis“ der AfD begründet liegen. War es nicht auch ein von der AfD in den Kulturausschuss entsandter Vertreter, dem der Standort unserer städtischen Bücherei unbekannt war?

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Wie fasste ein ranghoher Ex-Vertreter der Verwaltung, der sich jetzt in Lages Kulturszene engagiert, seine Berufserfahrung zusammen (gegenüber Lage Aktuell):

Wo Kultur ist, ist die AfD nicht. Wo die AfD ist, ist keine Kultur.

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