Akteure des Festaktes zur Rezertifizierung des Luftkurortes Hörste (von links): Holger Teßnow, Konstantin Plümer, Susanne Weishaupt (Geschäftsführerin Regionalmanagement "Leader Region 3L-in-Lippe"), Bürgermeister Matthias Kalkreuter und Architekt Luizim Maliqi. Fotos: Hajo Gärtner
Festrede von Holger Teßnow
Lieber Bürgermeister Matthias, liebe Mitglieder des Rates und der Verwaltung, liebe Hörsterinnen und Hörster, liebe Gäste. Stellvertretend für die Dorfgemeinschaft, für die Vereine und Organisationen in Hörste, stellvertretend für alle Bürgerinnen und Bürger unseres Dorfes und stellvertretend für alle Urlaubsgäste, die noch kommen werden, möchte ich mich sehr herzlich für die Renovierung und die erneute Bereitstellung des Hauses das Gastes bedanken und zwar bei dem Rat und der Verwaltung der Stadt Lage! Wir alle freuen uns außerordentlich, denn das Haus leuchtet innen wie außen, man kann es trockenen Fußes umgehen aufgrund der sehr ansehnlichen Grundstücksgestaltung. Das bedeutet: Wer aus den Fenstern hinausblickt, schaut in ein geordnetes Umland, so dass die Gedanken innen frei werden und nicht verdunkelt durch struppigen Bewuchs oder durch einen fehlenden Horizont.
Ich persönlich bin sehr froh, dass man das alte Gebäude erhalten hat, indem man es sehr aufwändig innen wie außen neu gestaltet hat. Nun ist das ehemalige Dornröschenhaus wahrhaftig sichtbar und attraktiv, wie auferstanden aus der Unansehnlichkeit. Bei meiner Begehung stellte ich fest, dass in den zahlreichen Gesprächsräumen eine große Menge Menschen zu unterschiedlichen Themen gleichzeitig arbeiten kann, sich bilden kann, den schönen geistigen und künstlerischen Dingen nachgehen kann, wobei kein Mund aufgrund der Kühlschränke in den ehemaligen Pongauer Stuben trocken bleiben muss, am wenigsten wohl die Münder der Sportlerinnen und Sportler des RSV im Keller. Aus der Küche führt ein direkter Weg auf eine zum Teil überdachte Terrasse mit Grill.
Hier bahnen sich feierliche leichte sommerliche Abende an. Das Haus des Gastes ist das kulturelle Zentrum des Luftkurortes. Von hier aus bricht der Gast zu Wanderungen auf, nachdem er sich, nachdem sie sich nach einem freundlichen Gespräch mit einem Prospekt versorgt und sich über die Möglichkeiten der Bewegung im Teutoburger Wald informiert hat. Nun steht es da, das feine Juwel, heute wird es beseelt durch den Duft von Kaffee, Sekt mit Orangensaft, und etlichen Stößen von Parfüm, welche miteinander konkurrieren und um die Lufthoheit ringen. Die Stadt Lage hat es bereit gestellt durch einen Mehrheitsbeschluss, wenn man so möchte: Die Stadt meint es gut es mit uns, sie schenkt uns was. Doch ein Haus des Gastes ist mehr als Steine, Glas, Fußboden, Heizung und Licht. Ein Haus ist das, was Menschen in ihm erleben!
Liebe Gäste, die Häuser, die Sie gerne immer und immer wieder aufsuchen, sind die Häuser, mit denen Sie posifive Emotionen verbinden. Machen Sie heute Abend in Ruhe eine kleine Fantasiereise und fragen Sie sich, warum es Sie immer wieder genau dorthin zurückzieht. Das bringt mich zu der Frage: Was schenken wir dem Haus des Gastes? Antwort: wir schenken ihm unser Leben, das ist das Leben, das wir hineintragen! Dass wir dort ein Haus anvertraut bekommen ist schön. Noch viel schöner ist es, wenn wir ihm Leben einhauchen, wenn wir dort Inspiration und frische Luft zu klaren Gedanken der Verständigung finden, wenn alles, was wir bisher dachten, durch den Eintritt in das Haus noch viel weiter und noch viel bunter und noch viel heller wird, als es jemals zuvor war.
Das ist Bildung als soziale Lernbewegung. Miteinander sind wir intelligenter und offener als allein auf dem Sofa!
Und so schließe ich mit einem geflügelten Wort aus der Kirche am Münsteraner Prinzipalmarkt und ich wende es auf unser glänzendes Haus des Gastes an: «Gut ist es, hineinzugehen. Besser ist es, herauszukommen». So wünsche ich mir für uns alle dieses Haus: Mit Vorfreude soll es uns immer hineinziehen. Dann kommt ein magisches Event, es bringt uns in Rausch; oder es kommt eine kleine zündende Idee, die uns weiterbringt; nur eine kleine Idee, die uns zeigt, wie es weitergehen kann mit uns; die wie ein Richtungsweiser ist, um endlich Antwort zu finden. Und dann, ja, und dann gehen wir erfüllt und aus dem Grunde unseres Herzens dankbar wieder nach Hause, weil die neuen Impulse uns tragen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Konstantin Blümer (links) überreicht Bürgermeister Matthias Kalkreuter (rechts) die «Rezertifizierungsurkunde». Pfarrer Holger Teßnow (Mitte) hält dazu eine tolle Festrede.
Wieder Zertifiziert
Lage-Hörste. Alle zehn Jahre auf dem Prüfstand: Das ist so üblich in den Luftkurorten. Dann wird nämlich gecheckt, ob Lages Westen dieses Label überhaupt noch verdient.
Die Regeln erläuterte Konstantin Plümer, Dezernent der Bezirksregierung Detmold, vor 80 Gästen der Festveranstaltung im «rehabilitierten» Haus des Gastes.
Die Anerkennung als «Luftkurort» basiert auf speziellen Kurortgesetzen bzw. -verordnungen. Dabei wird unter anderem geprüft: Luftqualität, Klima (z. B. Reiz- oder Schonklima), Umweltbelastung, Infrastruktur und Kurangebote, Erholungswert des Ortes.
Wird bei der turnusmäßigen Prüfung festgestellt, dass die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind, kann der Status aberkannt werden. Denn Erholungsuchende sollen im Paket bekommen, was draufsteht. Nun habe Hörste, am Fuße des Teutoburger Waldes gelegen, aber auch besonders gute Karten, das Spiel zu gewinnen, führte Plümer aus.
Bürgermeister Matthias Kalkreuter legte den Schwerpunkt seiner Festrede auf das frisch durchgestylte «Haus des Gastes»: Viele Aktive hätten sich für die Renovierung eingesetzt und dieses kulturelle Zentrum in ein wahres Schmuckstück verwandelt, in dem nun eine große Palette von interessanten Veranstaltungen stattfinden kann. Ein reger Austausch, aus dem große und kleine Ideen hervorgehen könnten. Durch die Aktivität und das gezeigte ehrenamtliche Engagement konnten rund 700.000 Euro Fördermittel erschlossen werden.
Festredner Holger Teßnow, Pfarrer im Lagenser Westend, malte in seinem launigen Festvortrag in leuchtenden Farben aus, was man in dem aufgehübschten Kulturzentrum nun alles anstellen kann: «Nun steht es da, das feine Juwel, heute wird es beseelt durch den Duft von Kaffee, Sekt mit Orangensaft und etlichen Stößen von Parfüm, welche miteinander konkurrieren und um die Lufthoheit ringen.» Das Haus sei weit mehr als «Steine, Glas, Fußboden, Heizung und Licht. Ein Haus ist das, was Menschen in ihm erleben!» Er hoffe darauf, dass dieses Haus «Inspiration und frische Luft zu klaren Gedanken der Verständigung» liefere. Pfarrer Holger Teßnows fulminante Hörste-Rede siehe links =>


