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Gendersprache darf nicht erzwungen werden ⇒
Das „Flaggschiff“ in der Flotte der alljährlichen Veranstaltungen des Stadtmarketing Lage: das „Dinner in White“ auf dem Lagenser Marktplatz. Immer propevoll wie hier vor zwei Jahren. Doch bei der Vergabe der Karten sollte es fair und gerecht zugehen. Foto: Stadt Lage
Eine Glosse von Hajo Gärtner
Das „Dinner in White“ ist in Lage längst mehr als eine Veranstaltung. Es hat Kultstatus gewonnen: eine Mischung aus gesellschaftlichem Ereignis, modischem Großversuch und logistischer Herausforderung. Wer einen Tisch ergattern kann, fühlt sich ein wenig wie nach erfolgreicher Wohnungssuche in München: erleichtert, stolz und den Mitbewerbern gegenüber diskret überlegen.
In diesem Jahr sorgte die Vergabe der begehrten Plätze allerdings für eine ganz eigene Form der Unterhaltung. Der Anmeldelink war zwar wie gewohnt da – allerdings nur für jene, die den sozialen Medien folgten. Auf der offiziellen Veranstaltungsseite hingegen herrschte die digitale Version eines weißen Tischtuchs: gähnende Leere.
So entstand eine neue Zweiklassengesellschaft. Auf der einen Seite die Social-Media-Scouts, die mit der Reaktionsgeschwindigkeit eines Börsenhändlers den Link entdeckten und nutzten. Auf der anderen Seite die traditionellen Homepage-Besucher, die davon ausgingen, dass wichtige Informationen auf der offiziellen Veranstaltungsseite zu finden seien. Ein Irrtum, wie sich herausstellte.
Als die Kritik laut wurde, reagierte das Stadtmarketing erfreulich pragmatisch. Man zeigte Verständnis, nahm die Beschwerden ernst und fand eine Lösung. Statt die Spätinformierten mit dem berühmten Gorbatschow-Zitat »Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben« im Regen stehen zu lassen, wird das Kontingent erweitert.
Damit beginnt nun die nächste Kult-Phase: der Weg vom Wartestand zum Glücksspiel. Die zusätzlichen Plätze werden nämlich ausgelost. Das Losverfahren erscheint von allen ungerechten Methoden als die am wenigsten angezweifelte Technik. Wer künftig am weiß gedeckten Tisch sitzen möchte, braucht also nicht nur Servietten, Kerzen und weiße Kleidung, sondern möglicherweise auch eine Glücksfee an seiner Seite.
Das hat durchaus Charme. Schließlich entspricht das Verfahren dem Geist unserer Zeit. Früher musste man nur schnell sein. Heute muss man schnell sein, die richtigen Kanäle kennen und anschließend noch Fortuna auf seiner Seite haben. Vielleicht werden künftig auch die Parkplätze verlost und die Wettervorhersagen ausgewürfelt.
Immerhin hat die Angelegenheit eine wichtige Erkenntnis gebracht: Die Nachfrage nach dem „Dinner in White“ ist so groß, dass selbst ein fehlender Link nicht verhindert, dass halb Lage teilnehmen möchte. Das ist eigentlich die beste Nachricht überhaupt.
Und wer am Ende leer ausgeht, kann sich damit trösten, dass Weiß nicht nur die Farbe der Veranstaltung ist, sondern auch die Farbe eines unbeschriebenen Kalenderblattes für den Abend, den man dann noch ganz toll nutzen kann. 
Drei Leseratten finden ausreichend Futter beim Bücherflohmarkt. Von links: Sophia (16) und Tabea Hohn (19) mit Alisa Stuckmann (18).
Von Michael Biermann (Text & Fotos)
Lage. Ein voller Erfolg war der alljährliche Bücherflohmarkt des Fördervereins Stadtbücherei Lage am Samstag, 13. Juni, im Bürgerhaus am Clara-Ernst-Platz. Bereits vor der Öffnung warteten rund 70 Besucherinnen und Besucher auf Einlass. Im Laufe des Tages strömten Hunderte Literaturbegeisterte in die Räumlichkeiten, stöberten ausgiebig und sorgten für einen Erlös von 1.456 Euro, der nun der Bücherei zugutekommt. Die Besucher kamen dabei nicht nur aus Lage, sondern auch aus umliegenden Städten wie z.B. Bad Meinberg.
Pünktlich um 10 Uhr öffneten sich die Türen – und schnell füllten sich die Reihen zwischen Büchern, Puzzles und Gesellschaftsspielen. Besonders gefragt waren Krimis und Thriller, aber auch Kinderbücher erfreuten sich großer Beliebtheit. Die auf den Tischen entstehenden Lücken zwischen den Bücherreihen wurden von den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zügig mit neuem Material aufgefüllt.
Dank zahlreicher Bücherspenden im Vorfeld stand ausreichend Nachschub zur Verfügung. Auch die Spendenbereitschaft der Besucherinnen und Besucher trug zum Ergebnis bei: Viele rundeten ihre Einkäufe mit zusätzlichen Geldspenden auf. Insgesamt kam so ein Betrag von 1.456 Euro zusammen, mit dem die Stadtbücherei ihren Medienbestand erweitern kann.
Besonders freute es die Organisatoren, dass viele Familien mit Kindern ins Bürgerhaus kamen und sich nach Büchern, Puzzles und Gesellschaftsspielen umsahen. Ein besonderes Zeichen setzten die Schwestern Sophia und Tabea Hohn mit Freundin Alisa Stuckmann: Die Lagenserinnen deckten sich kartonweise mit Lesestoff ein – ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass Bücher auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterhin hoch im Kurs stehen.
„Über den großen Besucherandrang sind wir sehr glücklich“, resümiert der Vorsitzende des Fördervereins, Michael Biermann. „Der Erlös liegt etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Das zeigt uns, dass unser Konzept aufgeht und der Bücherflohmarkt fest im Veranstaltungskalender vieler Menschen verankert ist.“
Mit dieser lustigen Zeichnung kommentiert Uwe Detert die Entscheidung des Kreises Lippe, den Beschluss des Umweltausschusses der Stadt Lage zu kippen, den Einsatz von Mährobotern nach 18 Uhr zu verbieten oder gar unter Strafe zu stellen. Es ging allerdings nicht um ein Nachtfahrverbot, sondern eher um den frühen Abend, an dem die Igel angeblich ihre erste Futtersuche starten, statt auf die hereinbrechende Dämmerung zu warten.
Eine Glosse von Hajo Gärtner
Im Umweltausschuss wurde jüngst eine Frage von weltbewegender Bedeutung diskutiert: Darf ein Mähroboter nach 18 Uhr noch seinem natürlichen Drang nachgehen, Rasenflächen akkurat zu stutzen? Eine tierliebe SPD-Politikerin wollte dem abendlichen Treiben ein Ende setzen. Schließlich sollen Igel nicht unter die Räder – beziehungsweise unter die Messer – der kleinen Rasen-Rambos geraten.
Nach angeregter Debatte fand der Vorschlag eine knappe Mehrheit bei SPD, Grünen und Aufbruch C. Der Igel schien gerettet. Doch jetzt hat sich der Kreis Lippe als Untere Naturschutzbehörde zu Wort gemeldet und deutlich „Njet!“ gesagt. Der Grund: Eine Regel, die niemand kontrollieren kann, schützt auch keinen Igel. Außerdem stellte sich die praktische Frage: Wer soll abends - nach Dienstschluss - mit der Stoppuhr durch die Wohngebiete schleichen und überprüfen, ob Herr Meier seinen Mähroboter um 18:01 Uhr gestartet hat? Und welche Strafe droht dem Übeltäter dann? Drei Wochen Rasenmähen mit der Nagelschere?
Ganz auf einer Linie mit dieser Einschätzung des Kreises Lippe lag einzig die Lagenser AfD. Die FDP, die eine Sternstunde des liberalen Vernunft-Gedankens hätte zelebrieren können, glänzte durch Abwesenheit. Der AfD-Vertreter im Ausschuss, Marvin Detert, vertrat diesen Gedanken und mahnte zusätzlich, ein solches Verbot könne eine urdeutsche Leidenschaft fördern: das Denunziantentum. Man sah förmlich schon Nachbarn hinter Gardinen lauern: „Erna, schnell! Der Husqvarna vom Nachbarn fährt noch! Es ist schon nach sechs! Ruf das Ordnungsamt!“
Planer stellen den Entwurf zur angestrebten Marktplatzumgestaltung vor: City de luxe vom Rang einer Zukunftsvision
Von Hajo Gärtner
Lage. Die Neugestaltung von Marktplatz, Bergstraße und Teilen der Langen Straße nimmt konkrete Formen an. Dabei handelt es sich um einen Baustein des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK). Die Finanzierung läuft in der Regel über die Gemeinschaftsaufgabe der Städtebauförderung (Bund-Länder-Programm). Dabei teilen sich Bund, Land und Kommune die Kosten. Der reguläre Zuschuss liegt meist bei 60 % bis 80 % der förderfähigen Ausgaben, kann aber bei finanzschwachen Kommunen oder besonderen Klimaschutzmaßnahmen auf bis zu 90 % aufgestockt werden.
Den freiraumplanerischen Wettbewerb hat das Planungsbüro RP + P aus Kassel gewonnen. Seitdem arbeitet das Büro an einem Konzept, das die Lagenser Innenstadt moderner, attraktiver und zukunftsfähiger gestalten soll. Herzstück der Planung ist der Marktplatz. Die bestehende Stufenanlage soll entfallen und der Platz neu modelliert werden. Dadurch rücken Marktplatz und Bergstraße räumlich näher zusammen, während die Marktkirche stärker in Szene gesetzt wird. Ein begehbares Fontänenfeld soll künftig den bisherigen Zieglerbrunnen ersetzen und insbesondere in den Sommermonaten für Aufenthaltsqualität sorgen.
Kommentar
Achtung, Achtung: Was hier mit der Planersprache im Indikativ formuliert wird, muss man im Konjunktiv lesen. Die Planer formulieren ein bewusst visionäres Konzept, mit dem ISEK-Fördermittel erobert werden sollen. Darum aber gibt es einen scharfen Wettbewerb vieler Städte und Gemeinden. Ob Lage eine Chance auf den Zuschlag hat, steht in den Sternen. Die im Vorfeld geleisteten planerischen Ausgaben stehen hingegen bodenständig im Haushalt. Und diese Kosten sind nicht von schlechten Eltern.
Muss es überhaupt eine solche City de luxe werden? Die Grünen haben schon gefragt, ob man die roten Steine des aktuellen Marktplatzes nicht wieder verwenden könnte. Die Verschwendung von Ressourcen ist ihnen bekanntermaßen ein Graus. Die AfD lehnt das ganzen Projekt in Bausch und Bogen als zu kostspielig ab. Guckst du hier ! Dazwischen werden sich die anderen Fraktionen positionieren. Keine, außer vielleicht die Bürgermeister-Partei SPD, wird die Luxusvariante mittragen.
Denn selbst wenn Fördertöpfe angezapft werden können, bleibt ein erkleckliches Sümmchen, das aus der städtischen Portokasse bezahlt werden muss. Das ist mit ein paar Hunderttausendern nicht zu machen.
Was wird also aus der schönen, aber wohl unbezahlbaren Vision? Man könnte sie in die Zukunft schieben, bis die Zuckerstadt wieder zu Geld gekommen ist. In den nächsten fünf Jahren geht da wohl gar nichts. Jedenfalls nichts Gewaltiges. Man soll aber niemals die Hoffnung aufgeben, die ja bekanntlich zuletzt stirbt.
Windräder gelten als Waffe gegen den Klimawandel, und die Windkraftindustrie boomt. In den zurückliegenden zwei Jahren wurden weltweit Rekordmengen an neuer Windkraftleistung installiert. Doch der Wind dreht sich. Machen weitere Windräder Sinn, wenn das Stromnetz die überschüssige Energie nicht aufnehmen kann, Energie-Speicherkapazitäten fehlen und immer mehr Windräder phasenweise stillstehen? Da sehen Anwohner die Zumutung eines neuen Windrades direkt vor der Haustür nicht mehr ein. Auch ist eine turbulente Diskussion um mögliche Standorte neuer Windkraftanlagen entbrannt.
Von Hajo Gärtner
Lage. Windräder sind sogar hübsch anzusehen, wenn sie sich organisch ins Landschaftsbild einfügen. Aber vor der eigenen Haustür möchte sie niemand gern sehen. Deshalb hat die Fraktion »Aufbruch C« den Antrag in die jüngste Sitzung des Umwelt-Ausschusses eingebracht, die »1000-Meter-Abstandregel«, die bis 2023 im Land galt, in Lage wiederzubeleben, so wie sie bereits in der Nachbarstadt Leopoldshöhe bei konkreten Planungen angewendet wird.
Dr. Andreas Levermann, stellvertretender Bundesvorstand von »Aufbruch C«, erläuterte den Antrag seiner Fraktion in einem üppigen Vortrag. Das war neu: Schien es doch bislang den großen Fraktionen vorbehalten zu sein, opulente Reden zu halten. Sein Hauptargument: Um die Windkraft-Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhalten, dürfen Anwohnern keine unverhältnismäßigen Nahdistanzen der Rotoren zugemutet werden. Er sprach damit ganz offen den Streit der Bürgerinitiative Ohrsen mit der Bürger-Energiegenossenschaft (BELa) an: Dabei geht's um den geplanten Bau von zwei Windrädern in einem Nah-Abstand von unter 1000 Metern. Die 1000-Meter-Regel schaffe Planungssicherheit für Investoren und trage zur Beruhigung der Bürgerschaft bei.
Als Überraschungs-Ei brachte Levermann den Vorschlag eines »Betroffenheitsradius« ein: Die Bewohner eines geplanten Standortes im Umkreis von 2500 Metern seien maßgeblich bei der Meinungsbildung zu berücksichtigen. Damit griff Levermann die Klage der Ohrsener BI auf, dass Bewohner aus anderen Ortsteilen als Mitglieder der BELa darüber bestimmen können, wo in einem entfernten Ortsteil - zum Beispiel in Ohrsen - Windräder installiert werden. Ein Argument gegen die Ansicht aus der SPD-Fraktion, dass es in Lage auch Leute gebe, die für mehr Windräder einträten.
Bürgermeister Matthias Kalkreuter machte als Verwaltungschef deutlich, dass ihm die »1000-Meter-Regel« partout nicht schmeckt. »Dann können wir in Lage kaum noch neue Windräder platzieren«, gab er zu bedenken. Und Lages Haushalt könne die damit verbundenen Gewerbesteuer-Einnahmen in Anbetracht der klammen Finanzen durchaus gebrauchen. Levermann hielt dagegen, indem er den Wertverlust der Häuser in Windradnähe ins Spiel brachte.
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Das Ergebnis meiner Recherche
Die seriöseste Schätzung für Deutschland stammt vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI). Die Forscher werteten knapp drei Millionen Immobilienangebote aus und kamen zu dem Ergebnis:
- Innerhalb von etwa einem Kilometer Entfernung zu einer Windkraftanlage: durchschnittlich zirka 7 Prozent Wertverlust von Einfamilienhäusern. Das ist der Wert, den auch Markus Jansen, Geschäftsführer und Inhaber der Windenergie Jansen GmbH, die zusammen mit der BELa in Ohrsen einen Windpark errichten will, bei einer Info-Veranstaltung genannt hat.
- Bei älteren Häusern in ländlichen Regionen wurden in der Studie sogar Wertverluste von bis zu 23 Prozent festgestellt.
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Obwohl sich zunächst eine Mehrheit für die »1000-Meter-Regel« abzeichnete (Aufbruch C, CDU, AfD), war diese bürgerlich-konservative Mehrheit angesichts einer irritierenden Nachfrage aus den Reihen der CDU nicht mehr ohne Weiteres zu sehen. Daraufhin ließ Dr. Levermann sich breitschlagen, seinen Antrag zurückzuziehen und noch einmal zu überarbeiten. Levermann entschlossen: »Ich werde den Antrag, wie besprochen, in die nächste Sitzung zur Entscheidung einbringen.«
Ein Ausflug mit dem Rad bei schönem Wetter ist eine feine Sache, und der Anteil der Zweiräder am Verkehr nimmt stetig zu. Aber man kann damit auch einen Unfall verursachen. Und dann gilt die gleiche Pflicht wie für Autofahrer: sich seiner Verantwortung stellen und nicht einfach davonfahren, um sich Unannehmlichkeiten oder Unfallkosten zu ersparen. Foto: Adobe Stock
Lage. Im Polizeibericht vom Unfallgeschehen im Kreis Lippe kommen häufig Unfallfluchten von Autofahrern vor, die nach einer von ihnen verursachten Kollision das Weite suchen, ohne sich um das Unfallopfer zu kümmern: um unangenehmen Ermittlungen der Polizei aus dem Weg zu gehen. Doch das gibt’s auch: Unfallfluchten von Fußgängern und Radlern, die das Weite suchen, nachdem sie einen Unfall verursacht haben.
Ein 57-jähriger Autofahrer verließ am Freitag, 12. Juni, mit seinem Pkw gegen 6.55 Uhr eine Grundstücksausfahrt in der Langen Straße. Ein Pedelec-Fahrer befuhr zeitgleich den Bürgersteig der Langen Straße in Richtung Innenstadt. Es kam zur Kollision beider Fahrzeuge, wobei am Pkw Sachschaden entstand. Der Pedelec-Fahrer verließ den Unfallort, ohne sich um den entstandenen Schaden zu kümmern.
Etwa 20 Minuten später radelte eine 33-jährige Pedelec-Fahrerin die Friedrichstraße in Richtung Bahnhofstraße entlang. Dort überquerte eine Fußgängerin unmittelbar vor der Fahrradfahrerin die Fahrbahn, woraufhin die 33-Jährige bremsen musste und dabei zu Fall kam. Durch den Sturz verletzte sie sich leicht. Die Fußgängerin setzte ihren Weg fort, ohne die Feststellung ihrer Beteiligung zu ermöglichen.
In beiden Fällen ermittelt das zuständige Verkehrskommissariat und nimmt Zeugenhinweise unter der Rufnummer (05231) 6090 entgegen.
Die AfD hat ein witziges Plakat als Kommentar zur Marktplatz-Vision des Entwurfs der »Landschaftsarchitekten RB+P« konstruiert. Man kann über die AfD-Fraktion denken, wie man will, aber medientechnisch spielt sie in der ersten Liga. Montage: AfD
Zu aufwändig, zu teuer und angesichts anderer dringlicher Aufgaben unverhältnismäßig
Von Uwe Detert
Lage. Als Handwerker lernt man früh einen einfachen Grundsatz: Erst repariert man das Dach, dann denkt man über den Springbrunnen im Vorgarten nach. Im Rathaus von Lage scheint man das inzwischen etwas anders zu sehen. Während über 60 Prozent unserer Straßen sanierungsbedürftig sind, in den Ortsteilen vielerorts seit Jahren kaum etwas passiert und die Stadt im Haushaltssicherungskonzept steckt, präsentiert man uns nun die Vision eines neuen Marktplatzes.
Mit Fontänenfeld. Designerpflaster. Aufenthaltsinseln. Stadtmöbeln. Klimanischen. Und selbstverständlich allem, was heutzutage in keinem Förderantrag fehlen darf. Man könnte auch sagen: Kalkreuters Neuschwanstein.
Nun ist gegen schöne Plätze grundsätzlich nichts einzuwenden. Auch ich sitze lieber auf einer schönen Bank als auf einem Betonklotz. Die Frage ist nur: Wer kann sich das leisten? Denn 4,5 Millionen Euro sind selbst dann 4,5 Millionen Euro, wenn man sie vorher mit den Zauberwörtern „Fördermittel“, „Nachhaltigkeit“ und „Aufenthaltsqualität“ einreibt.
Fördermittel sind übrigens kein Geld, das nachts auf Bäumen wächst. Es ist Steuergeld. Unser Steuergeld. Und den Eigenanteil zahlt am Ende ebenfalls der Bürger.
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Das ist ganz nach dem Geschmack engagierter Polizisten: Die Kontrolle nach einer verdächtigen Fahrweise weist auf Drogenkonsum und anhängige Haftbefehle hin. Ein veritabler Fang, für den sich ein kraftvoller Spurt allemal lohnt. Foto: Polizei
Polizei macht nach einer Kontrolle wegen Schlangenlinienfahrt veritablen Fang
Von Hajo Gärtner
Lage. Donnerstagmorgen, 1.30 Uhr in der Nacht. Während die meisten Lagenser friedlich schlafen, entscheidet sich ein Audi A2-Fahrer auf der Schötmarschen Straße offenbar für eine spontane Teilnahme an der Disziplin »Auto-Slalom«. Ein aufmerksamer Zeuge beobachtet die Darbietung und informiert die Polizei über das Fahrzeug, das mit bemerkenswert geschwungenen Schlangenlinien unterwegs ist.
Als die Beamten den Audi im Bereich der Dachsstraße entdecken, scheint dessen Fahrer die Situation zunächst missverstanden zu haben: Statt sich über seine Bewunderer zu freuen, beschleunigt er kräftig und düst auf und davon. Die Fluchtstrategie hat jedoch einen kleinen Schönheitsfehler – sie endet im Iltisweg. Genauer gesagt: in einer Sackgasse. Ein klassischer Fall von „bis hierhin und nicht weiter“.
Daraufhin wechseln die beiden Fahrzeuginsassen spontan vom Auto- zum Laufsport. Sie verlassen den Audi in unterschiedliche Richtungen, vermutlich in der Hoffnung, die Verfolger vor ein logistisches Problem zu stellen. Allerdings trainieren Polizisten regelmäßig und sind mit dem Konzept »Rennen« durchaus vertraut. Das Ergebnis: Beide Davonläufer werden kurze Zeit später eingeholt.
Der mutmaßliche Fahrer, ein 43-jähriger Mann aus Kasachstan ohne festen Wohnsitz in Deutschland, macht auf die Beamten nicht den Eindruck, als hätte er gerade ein Sudoku gelöst.
Der lehnt einen Drogenvortest zwar ab. Die anschließende Überprüfung bringt jedoch weitere Überraschungen ans Licht: keine Fahrerlaubnis, aber gleich zwei offene Haftbefehle. Manche sammeln Briefmarken, andere Haftbefehle.
Die Nacht endet für den Mann daher nicht zu Hause, sondern auf der Polizeiwache. Dort gibt es statt eines Hotel-Frühstücks eine Blutprobe. Der Audi A2 erhält ebenfalls eine neue Unterkunft und wird sichergestellt.
Die Moral der Geschicht': Wer nachts Schlangenlinien fährt, vor der Polizei flüchtet, in einer Sackgasse landet, zu Fuß weiterflieht, keinen Führerschein besitzt und zwei Haftbefehle offen hat, hat den Begriff »kriminell & dumm« möglicherweise neu definiert. Die Ermittlungen dauern an.
Die unglossierte Meldung hier:
Susanne Weishaupt (2. von links) überreicht die LEADER-Plakette an Catherina Jörg (daneben) im Beisein von Bürgermeister Matthias Kalkreuter und Carolin Bockhoff (links). Foto: Stadt Lage
Die »Bunte Schule« ist Teil des LEADER-Kooperationsprojekts „Draußenschule – Lernen in und mit der Natur“.
Lage-Müssen. Im Rahmen eines Besuchs in der Grundschule Lage-Müssen überreichte die LEADER-Regionalmanagerin Susanne Weishaupt die Projektplakette der LEADER-Region 3L in Lippe an Schulleiterin Catherina Jörg. Gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Kalkreuter und Carolin Bockhoff, stellvertretende Geschäftsführerin des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge und dort für den Bereich Umweltbildung verantwortlich, informierte sich Susanne Weishaupt über die bisherigen Erfahrungen mit dem Projekt. Die Draußenschule bringt den Unterricht regelmäßig aus dem Klassenraum in die Natur. Das Projekt wird in sechs LEADER-Regionen Ostwestfalen-Lippes mit insgesamt sieben Grundschulen um- gesetzt.
Ziel ist es, Konzepte und Unterrichtsmodule zu entwickeln, mit denen Lerninhalte dauerhaft und systematisch in die Natur verlagert werden können. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen später auch anderen Schulen zur Verfügung gestellt werden. Zur Umsetzung wurden beim Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge eineinhalb Fachkräftestellen eingerichtet. Die Fachkräfte entwickeln Unterrichtsmodule, begleiten die Lehrkräfte bei der Durchführung des Unterrichts im Freien und erstellen einen Praxisleitfaden, der künftig auch anderen Schulen zur Verfügung gestellt werden soll.
Ein dunkler Schatten fällt auf das Hallenbad: Sein Beton wird brüchig. Für die Sanierung ist eine gewaltige finanzielle Kletterpartie über 15 Millionen Euro erforderlich. Das Spielgerät in front of lädt zum Üben ein. Außerdem weist es den Weg in die Zukunft: Spiel und Spaß holen die Penunsen rein, nicht die stoisch gezogenen Bahnen der Altschwimmer. Wenn schon visionär, dann richtig. Montage: Gärtner
Außer Spesen nichts gewesen
Sportausschuss patzt in der Hallenbad-Diskussion
Von Hajo Gärtner
Lage. Ein Déjà-vu-Erlebnis in der Sportausschuss-Sitzung: Wieder konnten wegen »Beschluss-Unfähigkeit« keine Empfehlungen für den Rat formuliert werden. Hatten wir doch erst vor wenigen Tagen in der Kulturausschuss-Sitzung. Grund in beiden Fällen: Ratsmitglieder haben geschwänzt.
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Im Rahmen einer schicken Gala ehrte die Stadt ihre herausragenden Sportler. Fotos: Stadt Lage
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